Wiesn-Wirte feiern Traumstart: "Das Highlight ist der Wetterbericht"
"Das Highlight dieser Wiesn ist auf jeden Fall der Wetterbericht", sagt Lukas Spendler zur AZ. Er betreibt zusammen mit seiner Mutter Steffi das Löwenbräu-Zelt. "Wir haben mit 2700 Plätzen einen der größten Biergärten auf der Wiesn, da sind wir schon sehr abhängig vom Wetter." Da freuten sich nicht nur die Gartenbedienungen, auch die Securitys seien entspannter, so Spendler, weil so das Zelt länger geöffnet bleiben könne.
"Bereits am Mittag eine sensationelle Stimmung im Zelt"
Da es im Löwenbräu in diesem Jahr relativ wenige Veränderungen gebe, verlaufe alles ziemlich reibungslos. Auch Bräurosl-Wirtin Franziska Reichert ist gut gelaunt. "In diesem Jahr freut uns ganz besonders, dass unsere Mittags-Wiesn so narrisch gut angenommen wird", erzählt sie. "So haben wir bereits am Mittag eine sensationelle Stimmung im Zelt." Im Bräurosl-Biergarten sei außerdem die Nachfrage nach Einzelplätzen sehr hoch. Dort können die Gäste auch zu zweit, zu viert, zu sechst oder zu acht reservieren. "Gut, dass wir das dieses Jahr zum ersten Mal anbieten", so Reichert.

Claudia Aigner (59) arbeitet seit sie 20 Jahre alt ist auf der Wiesn. Seit 2011 betreibt sie die Weinlaube hinter dem Café Kaiserschmarrn. Das Oktoberfest heuer finde unter besten Bedingungen statt, sagt sie: "Wir dürfen ein Traum-Oktoberfest haben. Denn das Schlechteste, was der Wiesn passieren kann, wäre Regen – aber das Wetter ist der absolute Traum. Es ist richtig schön." Neben dem Wetter schätzt Aigner vor allem die familiäre Atmosphäre in ihrer Weinlaube. Rund 90 Prozent der Gäste seien Stammgäste und kämen jedes Jahr wieder. "Es ist so heimelig bei uns, das ist doch was Schönes."
Herzerl mit Rechtschreibfehler
Auch Bettina Bernard an ihrem Herzerl-Stand ist bestens gelaunt: "Dieses Jahr ist die Wiesn besonders schön, weil das Wetter so super ist." Bisher sei es auch ziemlich friedlich und die Leute seien auch schon ein bisschen kauffreudig. Sie und ihre Familie sind hier schon in vierter Generation. Die Uroma sei schon 50 Jahre da gewesen. Die ist leider vor 20 Jahren verstorben, seitdem hat den Stand die Oma. "Und unsere Kinder arbeiten auch schon alle hier." Das beliebteste Wiesn-Herz sei immer noch das mit dem Spruch "Ich liebe dich", so Bernard. "Manchmal gibt es auch Rechtschreibfehler auf den Wiesn-Herzen – das ist dann ganz lustig." Zum Beispiel war einmal vorgesehen "Keiner liebt dich so wie ich". Daraus wurde dann "Keiner liebt dich, wieso ich". Manche kaufen das sogar. "Vielleicht merken sie es nicht, weil sie so viel getrunken haben oder sie kaufen es mit Absicht."

Die Schießbude St. Hubertus blickt ebenfalls auf eine lange Tradition. Karl und Jessica Kollmann betreiben sie gemeinsam. Karl Kollmann erzählt der AZ: "Wir sind in achter Generation auf der Wiesn. Uns freut es sehr, dass 16 Tage perfektes Wetter fürs Oktoberfest angesagt sind. Besonders schön ist, dass sehr viele Familien wieder beim Oktoberfest da sind."

Ein paar Meter weiter trifft die AZ Astrid (51) und Stefan (52) auf der Schaustellerstraße. Astrid sagt: "Besonders schön auf der Wiesn sind diesmal das Wetter und die Atmosphäre." Und Stefan ergänzt: "Das Schöne ist, unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichsten Ländern auf dem Oktoberfest kennenzulernen." An diesem Wochenende dürften das besonders viele Italiener sein.
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