Noch eineinhalb Wochen bis zur Wiesn: Die Schausteller ziehen ein
Man begegnet schaurigen Hexen, mehrköpfigen Drachenwesen und blutverschmierten Monstern. Ein riesiger Werwolf reißt seine Klauen in die Höhe. Neben ihm fliegt auf einmal eine überdimensionierte Bratpfanne durch die Lüfte – und dann steht man plötzlich vor einem Riesen-Maiskolben, der einen freundlich anlächelt.
Ein Traum? Oder vielmehr ein Albtraum? Nein! Wir sind auf der Theresienwiese, und dort sind jetzt die Fahrgeschäfte und kleinen Gastro-Betriebe angekommen und mit ihnen höchst fantasievolle Kreaturen und (Deko-)Kreationen für Geisterbahnen, viele andere Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäfte sowie Genuss-Standl aller Art.

Viel Zeit ist nicht mehr bis zur Wiesn
Der große Endspurt ist eingeläutet: In schon eineinhalb Wochen, am 19. September, geht sie schließlich los: die Wiesn. Das Startsignal für den diesjährigen, streng geregelten Aufbau hatte Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) am 29. Juni gegeben. Mittlerweile stehen die 14 großen Bierzelte sowie die vielen Hendlbratereien, Kaffeezelte oder Wurstimbisshallen weitestgehend.
Am Aufbau der größten Fahrgeschäfte, an Riesenrad oder Achterbahn, darf schon seit rund zwei Wochen gearbeitet werden. Jetzt folgten so gut wie alle anderen Schausteller. Allerorts wird an Autoscooter, Kettenflieger, Rutschbahn und Co. gewerkelt. Kräne befördern Schienen, Waggons und diverse Bauteile in die Höhe.

Fliegende Monster
So werden bei unserem Rundgang gerade die Gondeldächer des kleinen historischen Riesenrads von Erik Schubert nach oben befördert. Bei Geisterpalast-Chef Andreas Kunz fliegen die Monster. "Wir haben bis kurz vor Wiesnstart alle Hände voll zu tun", sagt er, während eine Dracula-Figur vom Transporter gehoben wird. Kunz blickt um sich und lächelt: "Die Wiesn ist einfach einmalig. Das ist ein ganz besonderes Gefühl."

"Freu mich wahnsinnig"
Für Robert Schwenold ist es gar ein "Glücksgefühl", wie er der AZ mehr als glaubhaft versichert. Der junge Schausteller startete mit seinem Team nun mit dem Aufbau seines Fahrgeschäfts "Hopplahop", Baujahr 1948, auf der Oidn Wiesn: "Ich freu mich wahnsinnig, dabei sein zu dürfen!"

Erste Proben
Wenige Meter entfernt wird an der Musikantenkabine der guten alten Krinoline gearbeitet. Das große Willenborg-Riesenrad dreht sich für eine Proberunde. In einem der großen Festzelte scheint es schon eine Musikprobe zu geben. Zumindest ertönt plötzlich (etwas schräg) lautstark Blasmusik. Und spätestens da hat es auch den Letzten erfasst: dieses einmalige Wiesn-Gefühl.
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