Was kostet der Fahrspaß auf der Wiesn? Der große Preis-Check

Die Wiesn kann freilich mehr als Feiern im Festzelt. Für viele gehört eine Runde auf den Fahrgeschäften mindestens genauso zum Oktoberfest dazu. Dabei muss es nicht immer der große Adrenalinkick sein.
Für manche ist es die gemütliche Runde im Kettenkarussell, bei der man den Blick über die Wiesn schweifen lässt. Andere suchen den Adrenalinkick und steigen dort ein, wo es hoch hinaus, kopfüber oder mit ordentlich Tempo im Kreis geht.
Und dann gibt es die Fahrgeschäfte, die man vielleicht schon als Kind gefahren ist und die bei jedem Wiesn-Besuch einfach dazugehören. Manche Fahrten sind seit Jahren feste Bestandteile der Wiesn, andere feiern auch heuer wieder ihre Premiere.
"Chaos-Pendel", "Shake & Roll" und "Rund um den Tegernsee": Der große AZ-Fahrgeschäfte-Check
So lohnt es sich Jahr für Jahr für die AZ-Wiesn-Reporter, die vielen Fahrgeschäfte zu testen. Wir haben uns deshalb wieder angeschnallt, die Bügel geschlossen und einige Runden gedreht.
Von der entspannten Aussichtsfahrt bis zum wilden Schleudergang: Wir schauen genau hin, wie groß der Schwindelfaktor hinter den bunten Fassaden ist, was die Fahrten heuer kosten und wo sich die besonders lohnen.
Pures Adrenalin im neuen "Chaos-Pendel"
Wer hier einsteigt, ist mit Sicherheit kein Fahrgeschäfts-Anfänger: das "Chaos-Pendel". Das ist heuer zum ersten Mal auf der Wiesn und der Name ist Programm, denn von unten scheint man zuerst überhaupt nicht überblicken zu können, wie das grün-weiß-gelbe Pendel funktioniert.

Mit bis zu 80 km/h werden die Fahrgäste bis zu 42 Meter hoch in die Luft geschleudert. In den beiden Gondeln haben jeweils acht Personen Platz. Während sich die Gondeln um ihre eigene Achse drehen, werden sie zusätzlich von einem rotierenden Arm angetrieben, der an einem Propeller befestigt ist. Das Ergebnis: eine wilde Kombination aus Höhe, Geschwindigkeit und Drehungen, bei der man sich unweigerlich am Sitz festkrallt – und dem Kreischen freien Lauf lässt.
• Fahrpreis: 10 Euro
• Schwindelfaktor: 10/10
• Preis-Leistung: 9/10
Rundherum über Kopf im "Shake & Roll"
Eine der Neuheiten in diesem Jahr ist das "Shake & Roll" der Schaustellerfamilie Schäfer. Das Fahrgeschäft ist eine Weiterentwicklung des klassischen „Break Dance“. Die Gondeln bewegen sich im Gegensatz dazu frei – so kann es durchaus zum wilden Überschlag kommen.

Auf dem "Shake & Roll" wird man also ganz schön durchgewirbelt. Die recht lange Fahrt in den Gondeln sorgt für ordentlich Adrenalin, ist aber auch für empfindliche Menschen gut auszuhalten. Und auch die Gesichter der übrigen Besucher nach der Fahrt zeigen vor allem Freude.
• Fahrpreis: 6 Euro
• Schwindelfaktor: 8/10
• Preis-Leistung: 8/10
"Top Spin No. 1": Der Klassiker mit Karacho
Der "Top Spin No. 1" der Familie Bausch gehört längst zu den großen Klassikern. Gleichzeitig gehört er zu den Fahrgeschäften, bei denen schon der Anblick Respekt einflößt.
Die Gondel dreht sich, schwingt in die Höhe und dreht die Fahrgäste rundherum. Gerade wenn man denkt, jetzt sei endlich Schluss, legt der Top Spin noch eine Runde drauf. Oben angekommen, hängt man plötzlich über Kopf – ein ziemlich besonderer Ausblick. Nichts für empfindliche Mägen, aber ein echter Adrenalin-Kick.

• Fahrpreis: 7 Euro
• Schwindelfaktor: 10/10
• Preis-Leistung: 9/10
Traditionsreicher Fahrspaß seit 60 Jahren mit "Rund um den Tegernsee"
Rund um den Tegernsee“ geht es auf der Wiesn – im gleichnamigen Fahrgeschäft. Was auf den ersten Blick nach gemütlicher Berg- und Talfahrt aussieht, hat es durchaus in sich. Die Gondeln sausen in flottem Tempo um das Wasserbecken und drehen ihre Runden.

Besonders schön ist die Fahrt bei sonnigem Wetter: Dann plätschert und spritzt es an allen Ecken. Die wasserspuckende Hexe lauert auf die Fahrgäste, dazu rauscht ein Wasserfall. Eine willkommene Abkühlung, wenn die Sonne auf der Wiesn ordentlich einheizt. Überhaupt steckt in dem Fahrgeschäft viel Liebe zum Detail. Für die AZ-Reporter gehört eine Runde deshalb zur Wiesn wie die Maß und das Hendl. Heuer feiert das Fahrgeschäft sogar das 60-jährige Bestehen auf der Wiesn. Grund genug für eine Fahrt!
• Fahrpreis: 5 Euro, Kinder: 4 Euro
• Schwindelfaktor: 5/10
• Preis-Leistung: 10/10
Dem Trubel entfliehen mit Aussicht vom "Jules Verne Tower"
Wer beim "Jules Verne Tower" einsteigt, sollte besser schwindelfrei sein. Denn hier geht es ganz gemütlich nach oben – und zwar stolze 80 Meter. Während die Sitze langsam in die Höhe schweben, wird die Wiesn unter einem immer kleiner. Dafür wächst der Ausblick: Festzelte, Riesenrad und freilich auch die ganze Stadt liegen einem plötzlich zu Füßen.

Das Tempo ist eher entspannt. Das Fahrgeschäft ist daher für die ganze Familie geeignet. Der Nervenkitzel kommt vor allem von der Höhe. Oben angekommen, bietet sich für kurze Zeit der endlose Blick über das Oktoberfest. Wer also dem Wiesn-Trubel entfliehen und die Festwiese aus der Vogelperspektive betrachten möchte, ist hier richtig.
• Fahrpreis: 9 Euro, Kinder: 7 Euro
• Schwindelfaktor: 8/10
• Preis-Leistung: 8/10
"Looping the Loop": Mit Schwung nach oben
Ein bisserl erinnert das Fahrgeschäft "Looping the Loop" an die Schiffschaukel – auch hier bringt man das Fahrgeschäft mit eigener Körperkraft in Bewegung. Wobei anfangs der nette Mitarbeiter noch mit einem kräftigen Schubs nachhilft.

Statt in einem Schifferl steht man hier in einem Käfig – zum Schutz, denn hat man den Dreh erst einmal heraus, kommt man hoch hinaus: Mit der richtigen Technik lässt sich eine 360-Grad-Drehung schaffen. Die beiden AZ-Reporter müssen da wohl noch einmal üben.
• Fahrpreis: 4 Euro; Kinder unter 12: 3,50 Euro
• Schwindelfaktor: 3/10
• Preis-Leistung: 8/10
Neu: Wasser-Gaudi für die Kleinen im "The Fisherman’s Place"
In diesem neuen Laufgeschäft dreht sich alles um die Meeres- und Unterwasserwelt. Über mehrere Etagen arbeitet man sich nach oben – vorbei an drehenden Scheiben, wellenförmigen Bändern und Treppen, die sich gegeneinander bewegen. Also heißt es: Aufpassen, wo man hintritt – hier kann es rutschig und auch nass werden.

Nebenbei gibt es an den Wänden auf Infotafeln noch einiges über die Bewohner des Meeres zu entdecken. Insgesamt ist der Rundgang allerdings recht schnell geschafft.
• Fahrpreis: 6 Euro
• Schwindelfaktor: 1/10
• Preis-Leistung: 5/10
"Rotor": So simpel, so eine Gaudi
Wahrlich einer der Klassiker: der "Rotor". Schon seit 1955 steht das Fahrgeschäft auf der Wiesn. Zwar hat es sich außen über die Jahre verändert, aber das Prinzip ist seit jeher das Gleiche – simple Physik.

Die Mitfahrer steigen in einen großen Zylinder, der sich zu drehen beginnt. Und plötzlich wird der Boden entfernt. Statt aber nach unten zu rutschen und auf den Po zu plumpsen, kleben die Fahrgäste geradezu an der Wand. Möglich wird das durch die Fliehkraft. Was für eine Gaudi, da plötzlich an der Wand zu kleben! Probieren Sie mal, den Kopf zu bewegen – ganz schön schwierig. Danach ist man leicht schwindelig, aber ebenso beschwingt.
• Fahrpreis: 7 Euro
• Schwindelfaktor: 6/10
• Preis-Leistung: 8/10
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