Volle Zelte und beste Stimmung: So lief der Wiesn-Auftakt
Das Wiesn-Wetter am Anzapf-Tag scheint gebucht zu sein. Wie in den letzten Jahren auch bricht der Samstag mit Traumwetter an. Das war auch gut so, denn die ersten Wiesn-Fans hatten sich schon am Abend vorher mit ihren Klappstühlen vor der Absperrung am Einlass niedergelassen und die Nacht durchgemacht. Alles nur, um einen Platz im Zelt zu bekommen.
Ein paar Minuten nach neun ist es dann so weit: Die Absperrungen werden geöffnet und die vorwiegend jungen Münchnerinnen und Münchner stürmen auf das Gelände, sprinten in die Zelte und sichern sich ihre Tische. Bier kriegen sie freilich noch nicht. Das gibt’s erst, wenn Dominik Krause das erste Fass im Schottenhamel angezapft hat. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Nach der langen Warterei ist ein bisserl kollektives Ausruhen am Biertisch gar nicht so schlecht.

Abseits der großen Festzelte in der Schaustellerstraße herrscht am Vormittag noch Ruhe. Chamaina Pichler hängt an ihrem Standl die letzten Lebkuchenherzen auf. Bei schönem Wetter dauere es nicht lange, bis die ersten Kunden kommen, sagt sie. Trotzdem ist Pichler völlig entspannt.
Die Stimmung vor dem Einzug ist wie immer magisch
In der Innenstadt geht’s dafür umso quirliger zu. Die Stimmung vor dem Einzug der Wiesn-Wirte ist immer wieder magisch. Die Blaskapellen und farbenfroh geschmückten Pferdekutschen ziehen feierlich Richtung Sendlinger Tor und bringen sich in Stellung.
Wiesn-Stadträtin Anja Berger (Grüne) ist schon da: „Ich liebe dieses Flimmern in der Stadt“, sagt sie zur AZ. Aber in diesem Jahr ist sie auch ein bisserl aufgeregt, „weil Dominik Krause den Anstich macht.“ Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) nimmt mit Frau und Kindern in der Kutsche Platz. Dominik Krause und sein Verlobter Sebastian Müller sind pünktlich mit der U-Bahn gekommen und auch das neue Münchner Kindl Sina Hochreiter bringt sich in Stellung.

Und dann geht’s auch schon los über die Sonnenstraße und die Schwanthalerstraße Richtung Wiesn. Hochreiter strahlt und winkt den Menschen zu. An den Straßenrändern und auf der Wirtsbudenstraße winken Touristen und viele Münchnerinnen und Münchnern ihr, den Wiesn-Wirten und Schaustellern zurück und filmen das Geschehen mit ihren Handys.
Auf der Wiesn ist es voll, auf der Oidn Wiesn gibt's noch vereinzelt Plätze
Die Wiesn-Zelte füllen sich langsam, aber beständig. Im Schottenhamel geht schon bald nichts mehr. Auf Wunsch von Dominik Krause hält der Festzug am Denkmal für das Oktoberfestattentat für eine Gedenkminute und trotzdem trifft seine Kutsche schon kurz nach elf am Schottenhamel ein.

In den anderen Zelten zapfen die Wiesn-Wirte selbst oder die Braumeister das erste Fass an. Besonders aufgeregt sind Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel, die neuen Wirte der Schützenlisl auf der Oidn Wiesn. Auch nebenan in der Boandlkramerei herrscht Aufregung. Zum Anzapfen haben sich die Wirte Petra und Peter Schöniger Stadtrat Roland Hefter an Bord geholt. Der braucht zwar ein paar Schläge mehr als der OB, aber eine Gaudi war’s auf jeden Fall.

Am Nachmittag wird es schwierig, noch einen Platz in den Zelten auf der Wiesn zu ergattern. Auch die Oide Wiesn ist gut gefüllt, aber es werden immer wieder Plätze frei. Auch der Sonntag verläuft wie im Bilderbuch. So darf’s gerne die nächsten zwei Wochen weitergehen!
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