Opfer des Wiesn-Attentats von 1980 erhalten Entschädigung

Die Opfer des rechtsextremistischen Oktoberfest-Attentats von 1980 bekommen Entschädigungen. Die Bescheide darüber seien am Mittwoch versandt worden und sollten in diesen Tagen bei den Betroffenen ankommen, sagte eine Sprecherin des Sozialreferats der Stadt München am Freitag. Das Geld stammt aus einem im vergangenen Jahr aufgelegten Entschädigungsfonds im Volumen von 1,2 Millionen Euro.
| az/dpa
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Die Gedenkstätte befindet sich am Haupteingang des Wiesn-Geländes. (Archivbild)
Die Gedenkstätte befindet sich am Haupteingang des Wiesn-Geländes. (Archivbild) © Lukas Barth/dpa

München - Als Zeichen der Solidarität bekommen nun 93 unmittelbar Betroffene des Anschlags aus diesem Fonds eine Unterstützungsleistung, hieß es in einer Mitteilung von Bund, Land und Stadt. Insgesamt 99 Anträge seien gestellt worden.

Die Stadt zahlt 200.000 Euro, Bund und Freistaat Bayern jeweils 500.000 Euro. Zuerst hatte die "Mediengruppe Münchner Merkur tz" darüber berichtet.

Entschädigungsfonds in Höhe von 1,2 Millionen Euro

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte: "Für viele Betroffene ist dies ein erstes, wenn auch sehr spätes Zeichen der Anerkennung des widerfahrenen Leids, aber auch der Solidarität und Anteilnahme." Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) betonte: "Dieses schreckliche rechtsextremistische Attentat bleibt ein tiefer Einschnitt in der Nachkriegsgeschichte."

Bei dem Bombenanschlag vom 26. September 1980 auf dem Münchner Oktoberfest kamen 13 Menschen ums Leben. 221 wurden verletzt, darunter zahlreiche schwer. Viele Opfer leiden noch heute unter den Folgen der vor über 40 Jahren erlittenen Verletzungen. Erst im vergangenen Jahr wurde die Tat als rechtsextremistischer Anschlag eingestuft.

Am 26. September 1980 überschattet das Oktoberfest-Attentat die Wiesn in München.
Am 26. September 1980 überschattet das Oktoberfest-Attentat die Wiesn in München. © dpa

Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) sagte zu den Zahlungen: "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen unserer Solidarität und unseres Mitgefühls. Denn das Leid prägt das Leben vieler Betroffener auch heute, über vierzig Jahre nach dem Anschlag, noch immer."

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Reiter betonte: "Diese tiefgreifenden Traumatisierungen sind eine deutliche Mahnung, Rechtsextremismus entschieden zu bekämpfen und Betroffene von derartigen Terroranschlägen nicht alleine zu lassen."

© dpa-infocom, dpa:210702-99-233485/3

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