#Oktoberfestung: Ein Plan muss her!

Michael Schilling, Chefredakteur der AZ, kommentiert die Flüchtlingskrise zur Wiesn und den "Peinlichkeitsminister Joachim Herrmann".
| Michael Schilling
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Herrmanns Äußerungen haben dem Minister Hohn und Spott eingebracht.
dpa Herrmanns Äußerungen haben dem Minister Hohn und Spott eingebracht.

Michael Schilling, Chefredakteur der AZ, kommentiert die Flüchtlingskrise und die Wiesn.

München - Bayerns wunderbarer Peinlichkeitsminister Joachim Herrmann hat wieder zugeschlagen. Zur Wiesn, argumentiert er, müsse man ankommende Flüchtlinge um München herumleiten, weil ja gerade jene "aus muslimischen Ländern Begegnungen mit massiv alkoholisierten Menschen in der Öffentlichkeit nicht gewohnt" seien.

Wer Krieg und Terror überstanden hat, der droht also durch Saufbolde mit Sepplhut traumatisiert zu werden? Weil niemand dem Minister einen solchen Gutmenschengedanken zutraut, hat Herrmann sich (und leider wieder ganz Bayern) zum Gespött gemacht.

Darin geht leider unter, dass die Kombination aus Flüchtlingskrise und Oktoberfest tatsächlich gefährlich ist. Weil München schlicht der Platz ausgeht – speziell am Hauptbahnhof, der an gewöhnlichen Wiesnwochenenden schon so tumultartig überfüllt ist wie an den letzten Wochenenden des Migrantenzustroms. Beides zugleich in den Griff zu bekommen, erscheint noch undenkbar.

Hier ist dringend ein Plan gefordert. Noch gibt es den allerdings nicht. Mit Improvisation und Freiwilligen bekommt selbst München das wohl nicht mehr gestemmt.

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