Oktoberfest-Klage: Jetzt spricht Alexander Egger persönlich

Festwirt Alexander Egger geht juristisch gegen die Vergabe der Brauereifesthallen auf dem Oktoberfest vor. Er kritisiert ein intransparentes Punkteverfahren, fehlende Chancengleichheit und fordert klare, rechtzeitig veröffentlichte Kriterien – ohne dabei die Tradition der Wiesn infrage zu stellen.
Ruth Frömmer
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Alexander Egger mit seiner Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger.
Alexander Egger mit seiner Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger. © IMAGO/STL Studio Liebhart

Alexander Egger war in den letzten Wochen in aller Munde. Nun äußert er sich persönlich zum Nachprüfungsantrag, den seine WE Gutshof GmbH bei der Stadt gestellt hat. Grund dafür ist unter anderem seine persönliche Irritation über die jüngsten Berichte, die WE Gutshof GmbH sei mit ihren abgegebenen Bewerbungen für das Paulaner-Festzelt und die Bräurosl nicht in den erforderlichen Punktebereich gekommen.

Dazu stellt er klar: "Es wäre das erste Mal in der Geschichte des Oktoberfests, dass die Stadt eine Bepunktung einer Bewerbung im Bereich der Brauereifesthallen vorgenommen hat." Nach der bisherigen Praxis würden Bewerbungen für Brauereifesthallen gerade nicht anhand eines Punktesystems bewertet.

Intransparente Kriterien für Bewerbungen

"Welche Kriterien hier angewandt wurden und welche Punktewerte die Mitbewerber in dieser Sparte erhalten haben, ist nicht ersichtlich und wurde auch im Vorfeld des Bewerbungsschlusses nicht transparent kommuniziert." Weiter erklärt Egger: "Dass die Bewerbung der WE Gutshof GmbH von der Stadtverwaltung abschlägig bewertet wird, überrascht mich hingegen nicht. Die Brauereifesthallen wurden bislang nicht öffentlich ausgeschrieben und vergeben, sodass auch keine Informationen zu den einzureichenden Unterlagen bekannt gegeben wurden." Informationen zu den einzureichenden Unterlagen seien ihm erst am 30.12.2025, also einen Tag vor Fristablauf, durch das RAW mitgeteilt worden.

Wäre seine Bewerbung mittels Punkteverfahren bewertet worden, wäre eine niedrige Einstufung nicht die Folge fehlender Eignung, sondern ausschließlich eines "bis dato intransparenten und chancengleichheitswidrigen Verfahrens". Mit dem Nachprüfungsantrag möchte er die rechtzeitige Ausschreibung transparenter Kriterien durchsetzen.

Alexander Egger hat mit seiner WE Gutshof GmbH einen Nachprüfungsantrag zu den Vergabekritereien auf der Wiesn eingereicht.
Alexander Egger hat mit seiner WE Gutshof GmbH einen Nachprüfungsantrag zu den Vergabekritereien auf der Wiesn eingereicht. © IMAGO/STL

Tradition und Transparenz bilden keinen Widerspruch

Die Tradition und den Charakter des Oktoberfests möchte er nicht infrage stellen. "Gerade als größtes Volksfest der Welt sollte sein Verfahren den eigenen Anspruch einlösen." Vor diesem Hintergrund herrsche beim Oktoberfest ein struktureller Widerspruch vor: Es werde international als Symbol bayerischer Lebensfreude, Gastfreundschaft und Tradition wahrgenommen. Gleichzeitig sei ausgerechnet die Vergabe der großen Festzelte für Außenstehende nur begrenzt transparent und demokratisch nachvollziehbar. "Transparenz und faire Vergabe würden Brauchtum, Qualität und Volksfestcharakter nicht gefährden, sondern stärken." Der eingereichte Nachprüfungsantrag könnte lediglich dazu führen, dass sich die Personen der Festbetreiber und möglicherweise auch die Preisgestaltung zugunsten der Besucherinnen und Besucher verändern.

Über die öffentlichen Aussagen von Wiesnwirten zur Causa Nachprüfungsantrag ist Egger verwundert und sagt: "Ich hätte mir gewünscht, dass vonseiten der Stadt und der Kollegen mit mir und nicht nur über mich gesprochen wird."

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8 Kommentare
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  • Lackl am 04.05.2026 20:35 Uhr / Bewertung:

    Wer aus Gier und Selbstbeweihräucherung uralte Traditionen abschaffen will, gehört sicher nicht auf die Wiesn.
    Zu prüfen wäre eher, ob so einer charakterlich geeignet ist, eine Gaststätte zu führen.

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  • kartoffelsalat am 04.05.2026 21:36 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Lackl

    Welche Tradition ist das, dass nur ein Klüngel die Wiesn bewirten darf?

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  • Lackl am 04.05.2026 22:41 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von kartoffelsalat

    Die Vergabe wird nach den vom Stadtrat aufgestellten Kriterien vergeben.
    Was da ein Klüngel sein soll kann nur ein Verschwörungstheoretiker sehen.

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