Oktoberfest 2018: Irre Preise auf der Wiesn - Speisen teuer in den Zelten

Es gibt einfach Dinge, die ändern sich nie: Die jährlich steigenden Preise auf dem Münchener Oktoberfest zum Beispiel. Die Maß kostet in diesem Jahr erstmals mehr als elf Euro. Getrunken wird sie trotzdem – sie gehört nun mal dazu. Doch nicht nur die Maß ist auf der Wiesn überteuert.
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Die Portion "Radieserl" kostet 5,10 Euro.
Marcel Höhlig Die Portion "Radieserl" kostet 5,10 Euro.

München - Wer keine Lust auf Bier hat, bekommt 0,2 Liter Wein für sechs und 0,2 Liter Hugo für acht Euro. Ein Zelt weiter gibt es die 0,5-Liter-Weißweinschorle für 11,50 Euro. Apropos Weißwein: Die 1,5-Liter-Flasche kostet zum Beispiel im Marstall-Zelt gut und gerne schon mal 278 Euro.

Wiesn: 800 Euro für Champagner und 200 Euro für Wodka

Getoppt wird das Ganze vom Champagner: Die teuerste Flasche mit 1,5 Litern Inhalt schlägt im Marstall-Zelt mit stolzen 795 Euro zu Buche. Die 8,50 Euro für 4 cl Schnaps erscheinen dagegen fast schon wieder günstig. Für schlappe 199,50 Euro erhält der Wiesn-Gast im Käfer-Festzelt eine 0,7-Liter-Flasche Wodka. Die 1,75-Liter-Flasche kostet 399,50 Euro. Auf Anfrage sollen laut Karte auch drei und sechs Liter Flaschen erhältlich sein. Die Preise dafür sind wohl aus gutem Grund gar nicht erst angegeben.

Eine Pause vom Alkohol bekommt man mit einer Tasse Kaffee für 7,60 Euro. Für einen Euro mehr gibt es 0,75 Liter Wasser.

Saftige Preise auf dem Oktoberfest

Natürlich bietet das Oktoberfest auch allerhand Kulinarisches – zu stolzen Preisen: Drei Nürnberger Rostbratwürste gibt es für 8,50 Euro. Die Portion Leberkäse kostet 12,50 Euro, die Portion kalter Schweinebraten im Armbrust-Schützenzelt 13,50 Euro. Alternativ bekommt man für denselben Preis eine Portion Wurstsalat. Wer eine Scheibe Bauernbrot dazu möchte, muss 1,20 Euro dafür zahlen. Extras gibt es nicht – zumindest nicht gratis, wie auch ein Wiesn-Besucher jetzt schmerzlich erfahren musste. Der Mann beschwerte sich nach dem Verzehr eines Hendls auf Facebook über ein wichtiges Detail, das ihm auf seinem Teller fehlte: Das Erfrischungstuch. Einige Zelte strichen die Ausgabe des Tuches einfach.

Völlig absurd werden die Wiesn-Preise bei Käsewürfeln, die 12,80 Euro kosten. Dafür bekommt man immerhin ein paar Trauben dazu. Noch nicht das Wahre? Wie wäre es dann mit einem Viertel Hendl mit Semmel für 8,50 Euro oder einer Portion Pommes im Armbrust-Schützenzelt für 7,20 Euro? Wem das nicht schmeckt, dem bleibt noch die Ofen-Süßkartoffel für 18,90 Euro. 

Die Portion "Radieserl" ist eine Frechheit

Ein Angebot toppt sie alle: Die Portion „Radieserl“ gibt es im Armbrust-Schützenzelt für 5,10 Euro. Fünf Euro für eine Portion Radieschen? Was zunächst wie ein schlechter Scherz klang, wurde traurige Gewissheit, als die Bedienung den Teller mit einem Bund ungewaschener Radieschen an den Tisch brachte.

Die Portion "Radieserl" kostet 5,10 Euro.
Die Portion "Radieserl" kostet 5,10 Euro. © Marcel Höhlig

Daneben lagen drei Päckchen Salz. Mit einer Limonade zahlt man insgesamt elf Euro für das Essen - und bekommt eine Mahlzeit, die eher für den ganz kleinen Hunger gedacht ist.

Außerhalb der Zelte sind die Preise deutlich niedriger

Wem der Preis-Wahnsinn in den Zelten zu weit geht, der ist gut beraten, sich außerhalb umzuschauen. Essen und Getränke sind hier deutlich günstiger. Softgetränke gibt es an den Ständen ab zwei, Pommes ab drei und Wurst vom Grill im Brötchen ab fünf Euro.

Süße Leckereien wie gebrannte Mandeln, Schokofrüchte oder die als Mitbringsel beliebten Lebkuchenherzen sind auf dem Oktoberfest nicht teurer als man es von anderen Volksfesten gewohnt ist.

Die Fahrgeschäfte auf der Wiesn sind auch teuer – allerdings aus gutem Grund, wie unser Vergleich mit dem Frühlingsfest zeigt.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf FOCUS Online

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