Hacker-Festzelt: Wiesn-Wirt Toni Roiderer tritt zurück

... und lässt seinen Sohn in die erste Wiesn-Reihe: Thomas Roiderer führt ab nächstem Jahr das Hacker-Zelt. Wie der Wirt den Schritt erklärt
| Christian Pfaffinger
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Die Wirtsfamilie aus dem Hacker-Festzelt: Toni Roiderer (l.) mit Frau Christl und Sohn Thomas, der bald der Boss des Betriebs ist.
imago Die Wirtsfamilie aus dem Hacker-Festzelt: Toni Roiderer (l.) mit Frau Christl und Sohn Thomas, der bald der Boss des Betriebs ist.

München - Es ist das Höchste, was man als bayerischer Wirt erreichen kann“, hat er einmal über das gesagt, was er jetzt seit 26 Jahren macht. So lange schenkt Toni Roider schon da oben aus, in seinem „Himmel der Bayern“, dem Wirte-Olymp – auf der Wiesn. Aber jetzt bereitet er sich auf etwas vor, auf das Allerhöchste quasi: die Zelt-Übergabe an seinen Sohn.

Thomas Roiderer übernimmt das Hacker-Festzelt von seinem Vater. „Er wird ab nächstes Jahr der Hauptwirt sein“, sagt Toni Roiderer. „Meine Frau Christl und ich unterstützen ihn.“ Toni Roiderer tritt zurück – in die zweite Wirte Reihe. Damit macht er es anderen Wirten nach, die auch bereits die jüngere Generation ranlassen: Reinbolds im Schützenzelt etwa oder Steinbergs im Hofbräuzelt. Und trotzdem: Bei Roiderer kommt es unerwartet.

Schließlich ist kaum ein Wiesnwirt so präsent wie der Chef vom Gasthof zum Wildpark in Straßlach, der gelernte Metzger, der kommende Woche 71 Jahre alt wird. Roiderer ist Sprecher der Wiesnwirte, das Gesicht der Bier-Barone in den Medien, wenn man so will.

Das wird er auch bleiben. Denn so richtig in den Hintergrund treten will Roiderer nicht – wer ihn kennt, würde sogar sagen: kann er nicht. Zu viel Selbstbewusstsein hat er dazu, aber vor allem: zu viel ehrliche Leidenschaft für diesen Beruf. Das können selbst diejenigen nicht abstreiten, die ihn für zu selbstbewusst halten. Und so sagt er zur AZ, dass er sich auch künftig wieder als Wirtesprecher zur Wahl stellen werde.

Aber: Im Hacker-Festzelt wird Thomas der Chef. „Er ist seit 18 Jahren dabei, er kennt sich aus und ist absolut bereit für die Aufgabe“, sagt sein Vater Toni. Thomas Roiderer ist der alleinige Zelt-Erbe. Sein Bruder, Markus Roiderer, starb 2011 an den Folgen eines Gehirntumors. Ob Thomas Roiderer seine Frau Janina ins Wirte-Team hole, sei ganz ihm überlassen, sagt Wirts-Patriarch Toni Roiderer.

Er freue sich sehr, seinem Sohn die Hauptrolle überlassen zu können. Das habe aber keine gesundheitlichen Gründe, sagt er auf Nachfrage. Anlass zu der Frage gab sein Fehlen bei der traditionellen Wiesnbier-Probe im Bier- und Oktoberfestmuseum am Dienstag. Er sei im Krankenhaus, hieß es da, nichts Schlimmes. Doch die Gerüchte blieben nicht aus.

Im Gespräch mit der AZ erzählt Toni Roiderer von dem Vorfall Anfang der Woche: „Mir war abends auf einmal richtig schwindlig. Ich bin morgens recht viel geradelt, war den ganzen Tag unterwegs, abends habe ich auf einer Veranstaltung noch ein paar Bier getrunken – und dann war mir, als hätte ich K.o.-Tropfen genommen.“

Da habe er sich ins Krankenhaus fahren lassen. „Die Ärzte haben mich durchgecheckt und nichts gefunden“, sagt er. „Aber für mich war es ein Warnzeichen: Zu viel Stress ist auch nicht gut.“

Er wäre nicht er, würde er nicht gleich ein paar Sprüche hinterher schießen. Bloß den Gescheiten passiere sowas. Augenzwinkern. Roiderer-Grinsen. Es geht ihm wieder gut.

Wenn heuer am Ende der Wiesn im Hacker-Festzelt die Sterndlwerfer ihre Funken schleudern, wird es also ein besonderer Wiesn-Abschluss für Toni Roiderer sein. Aber daran denkt er jetzt noch nicht. Er widmet sich jetzt erst einmal 16 Tage lang dem Höchsten. Zum 27. Mal.

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