OEZ-Attentat-Gedenken: Wir werden euch nie vergessen

Hunderte Menschen gedenken am OEZ den Opfern des rassistischen Anschlags.
| Nina Job
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OB Dieter Reiter gedenkt am Mahnmal am Olympia-Einkaufszentrum der neun Mordopfer des rassistischen Anschlags.
Michael Nagy/Presseamt OB Dieter Reiter gedenkt am Mahnmal am Olympia-Einkaufszentrum der neun Mordopfer des rassistischen Anschlags.

München - Mit mehreren Gedenkveranstaltungen und einer Lichterkette haben Familienangehörige, Freunde, Politiker und türkische Vereine am Mittwoch der neun Menschen gedacht, die vor vier Jahren am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) Opfer eines rassistischen Mordanschlags geworden sind.

Vormittags legte OB Dieter Reiter (SPD) an dem Mahnmal neben McDonald's in der Hanauer Straße einen Kranz nieder. "Auch vier Jahre nach diesem schrecklichen Anschlag sind die Opfer nicht vergessen", sagte der Oberbürgermeister.

Am Nachmittag versammelten sich etwa 400 Menschen am selben Ort – darunter viele junge Leute: Geschwister, Freunde und Schulkameraden der acht ermordeten Jugendlichen. Sibel Leyla, die Mutter von Can († 14), der am 22. Juli 2016 von dem 18-jährigen David S. erschossen worden war, sagte: "Der Schmerz ist wie am ersten Tag."

"Für mich war von Anfang an klar, dass es ein Terrorakt war"

Ihre Rede musste von einem Angehörigen zu Ende gelesen werden, weil die Mutter vor Tränen nicht mehr sprechen konnte. "Für mich war es von Anfang an klar, dass es ein Terrorakt war", hieß es gegen Ende ihrer Rede.

Auch mehrere Politiker nahmen teil: der Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle (CSU), seine Landtagskollegen Cemal Bozoglu (Grüne) und Claudia Stamm (fraktionslos) sowie der Europaabgeordnete Ismail Ertug (SPD).

Gekommen waren auch die Generalkonsuln des Kosovo, der Türkei und von Griechenland. Fast alle Opfer hatten einen Migrationshintergrund, sieben waren Muslime. Vor dieser Gedenkveranstaltung hatten sich bereits etwa 100 Menschen verschiedener Migrantenvereine an der ringförmigen Skulptur versammelt.

Türkischer Generalkonsul Günay: "Ein Tag des Schreckens"

Der Imam der Ditib Mehmet Aif Moschee, Hamza Gökdere, las aus dem Koran und betete mit den Anwesenden. Der türkische Generalkonsul Mehmet Günay sagte: "Der Tag vor vier Jahren war ein Tag des Schreckens, an dem neun liebevolle und unschuldige Menschen, die Einkäufe tätigten, rasch etwas essen wollten oder Freunde trafen, ermordet wurden."

Er sieht es als "wichtiges Zeichen, dass man die Tat nun als rassistisch motiviertes Verbrechen eingeordnet hat und die Inschrift des Mahnmals geändert hat". Das erste Gedenken am Nachmittag wurde von fast allen Angehörigen gemieden. Es hatte Kritik gegeben, da im Bund türkischer Vereine auch rechtsextreme Graue Wölfe sind. Sie werden vom Verfassungsschutz beobachtet.

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