OB-Kandidatin Kristina Frank: Plötzlich prominent

OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU) gibt zum Start ins Wahlkampfjahr die Richtung vor - und kämpft noch mit der eigenen Nervosität.
| Felix Müller, Irene Kleber
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CSU-Männer, die eine Frau unterstützen: Georg Eisenreich, Ludwig Spaenle, Andreas Scheuer und Hans Theiss mit Kristina Frank (Mitte).
iko CSU-Männer, die eine Frau unterstützen: Georg Eisenreich, Ludwig Spaenle, Andreas Scheuer und Hans Theiss mit Kristina Frank (Mitte).

CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU) gibt zum Start ins Wahlkampfjahr die Richtung vor - und kämpft noch mit der eigenen Nervosität.

München - Plötzlich erste Reihe: Vor ein, zwei Jahren war Kristina Frank eine Münchner CSU-Frau, die nur Insider kannten. Jetzt steht Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für seine Verhältnisse beinahe schüchtern hinter ihr, Justizminister Georg Eisenreich und das alte Münchner CSU-Schlachtross Ludwig Spaenle geben sich als Einheizer für die Rednerin.

Kristina Frank (37), schwarzes Kleid, rote Highheels, lächelt den ganzen Abend strahlend. Und: Sie soll die anderen überstrahlen, als OB-Kandidatin heuer die bekannteste CSU-Frau werden.

Der traditionelle Neujahrsempfang der CSU im Ratskeller hat immer Symbolcharakter. Wer sagt was? Wer ist da? Und wer bleibt fern (diesmal: Ex-Bürgermeister Josef Schmid). Hier sollen die Weichen für das neue Jahr gestellt werden. Und das heißt heuer besonders: die Weichen für Kristina Frank.

Politikerin Kristina Frank - "Ehefrau und Mutter"

Sie bekommt gleich mehr Applaus als die Partei-Prominenz. Und gibt die Richtung für den Wahlkampf vor. Anders als Eisenreich und Scheuer scheint Frank sich nicht primär auf die Grünen einschießen zu wollen. Sie glaube "an das Dafür, nicht an das Dagegen", sagt sie.

Kristina Frank wirkt nervös, die Rede trägt sie stoisch-freundlich vor, als handele es sich um einen Fachvortrag der Kommunalreferentin über Dämmvorgaben für Altbauten. Ob man so CSU-Bierzelte für sich gewinnt? Inhaltlich gibt sie den Konservativen Zucker, betont, sie sei auch "Ehefrau und Mutter" oder dass man das "Auto nicht diskriminieren" wolle. Sie erklärt, dass sie - anders als die Konkurrenten von SPD und Grünen, soll das heißen - "gebürtige Münchnerin" sei.

Münchner CSU-Frau - in der ersten Reihe angekommen

Sie sagt einige Sätze, die nach grundsätzlichen Überzeugungen klingen sollen: "Für mich bedeutet Politik, das Leben von Menschen besser zu machen", zum Beispiel. "Ich finde, es ist verschwendete Lebenszeit, sich künstlich über andere aufzuregen oder an der Welt herumzukritisieren. Mein Motto ist: Nicht meckern – sondern machen!"

Der Name von OB Dieter Reiter fällt nicht. Begeistert all das die Partei? An den Stehtischen in der dicht gefüllten Stube fällt kein böses Wort, weder bei den Urgesteinen, noch bei den gern aufmüpfigen Jungen. Offenbar sind die verschiedenen Flügel der traditionell notorisch verkrachten Münchner CSU entschlossen, den Wahlkampf gegen den Favoriten Dieter Reiter mit ihrer Kandidatin durchzuziehen.

"Eine Super-Frau, sie ist die Richtige für München", heißt es. Oder: "Sie ist aufgeregt gewesen, aber wir wissen ja, dass sie auch charismatischer reden kann." Das zu beweisen hat Kristina Frank in den nächsten Monaten viele Möglichkeiten. Sie ist ja gerade erst in der ersten Reihe angekommen.

 

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