Nur noch Shoppen an den Arkaden

Was passiert mit den Arkaden an der Alten Akademie? Einige Bürger wollen verhindern, dass es sie bald nicht mehr gibt.
| Sophie Burfeind
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München - Klaus Bäumler ist mit einer Rolle rotem Absperrband und einem Vermessungsrad gekommen. Das Rad vor sich herschiebend, schreitet er die Arkaden der Alten Akademie in der Neuhauser Straße ab. Bäumler, 75, ist Vorsitzender des Bürgervereins „Münchner Forum“. Er misst aus, wie viele Quadratmeter wegfallen würden, wenn die Passage in Ladenflächen verwandelt wird.

Der Investor will durch die neuen Ladenflächen mehr Gewinn machen

Die Arkaden sind das umstrittendeste Detail des geplanten Umbaus der Alten Akademie neben der Michaelskirche. Die Akademie ist das wichtigste Projekt der Signa-Gruppe um den österreichischen Investor René Benko, der mehr als eine Milliarde in den Umbau der Münchner Innenstadt steckt.

So mischt Investor René Benko die Altstadt auf

Stadt, Denkmalschützer und Investoren hatten lange verhandelt, wie der historisch bedeutsame Komplex umgestaltet werden soll. Die einen wollten das Erscheinungsbild und den öffentlichen Raum erhalten, für Benko erhöhen mehr Ladenflächen und weniger Arkaden den Gewinn. Im April einigten sich alle Seiten auf einen Entwurf von Schweizer Architekten: Hierbei sollen die Arkaden nur teilweise geschlossen werden. Benko hätte aber gern noch mehr Laden- statt Durchgangsfläche, außerdem will er auch die alten Hettlage-Arkaden in der Kapellenstraße in Geschäfte verwandeln.

Werden die Pläne hinter verschlossenen Türen genehmigt?

Das will Bäumler verhindern. „Die Stadt betont in ihren Leitlinien zur Innenstadt, dass die Arkaden erhalten werden sollen“, sagt er. Das dürfe aus ökonomischen Interessen nicht verworfen werden. Bäumler fürchtet, dass die Stadt die Pläne des Investors hinter geschlossenen Türen genehmigen könnte. Er fordert einen Bebauungsplan, über den der Stadtrat abstimmen kann.

Dem Münchner Forum macht aber auch noch etwas anderes Sorgen. Ein Beschluss der Stadt, Arkaden zu schließen, könnte zu einem Präzedenzfall werden, der es Investoren ermöglichen würde, künftig überall in der Stadt offene Passagen in Geschäfte zu verwandeln. Für Klaus Bäumler sind die Arkaden eine „städtebauliche Bereicherung“, außerdem müsse der öffentliche Raum für die Bürger erhalten bleiben. 400 Quadratmeter würden verschwinden – misst er am Ende mit seinem Rad.

Ein Weißbier kehrt nach München zurück: Mathäserbräu

Im Planungsreferat der Stadt will man zu all dem nur so viel sagen: Das Referat bereite derzeit eine Vorlage für den Stadtrat vor, in der die Ergebnisse des Wettbewerbs und geplante Überarbeitungen bekanntgegeben werden sollen. Im Frühjahr 2017 solle die Vorlage fertig sein.

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