Wo 1918 der Freistaat geboren wurde: Das Mathäserbräu-Weißbier kehrt zurück

In der ehemaligen Mathäser-Brauerei in der Bayerstraße wurde 1918 der Freistaat Bayern gegründet. Drei Jungbrauer haben sich die Markenrechte am berühmten Mathäser-Weißbier gesichert, gebraut wird aber woanders. Jetzt ist der erste Weizen-Sud abgefüllt.
| az
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Im Hintergrund dar Mathäser-Gebäudekomplex 1893, Links die drei Jungbauern hinter dem neuen Mathäserbräu.
ho Im Hintergrund dar Mathäser-Gebäudekomplex 1893, Links die drei Jungbauern hinter dem neuen Mathäserbräu.

In der ehemaligen Mathäser-Brauerei in der Bayerstraße wurde 1918 der Freistaat Bayern gegründet. Eine Unternehmergesellschaft hat sich die Markenrechte am berühmten Mathäser-Weißbier gesichert, gebraut wird aber woanders. Jetzt ist der erste Weizen-Sud abgefüllt.

München – Der Löwe ist ein wildes Tier, aber der bayerische wird ganz zahm, wenn die Bavaria ihm ein Weißbier serviert. Zu sehen ist das auf dem Etikett des Mathäserbräu-Weißbieres. So manchem ist die Bierhalle in der Bayerstraße, die 1997 geschlossen wurde, noch in Erinnerung. Da, wo jetzt das Multiplex-Kino und das Einkaufscenter drin sind, wurde schon vor über 300 Jahren Weißbier gebraut, Anfang des 20. Jahrhunderts war der Mathäser mit 40.000 Hektolitern Jahreskonsum und 4.000 Sitzplätzen der größte Bierausschank der Welt.

Noch ein Traditionsbier: Das legendäre Kindl-Bier kehrt zurück!

In der Novemberrevolution 1918/19 diente der Mathäser als Hauptquartier der Revolutionsbewegung unter Kurt Eisner. In der Nacht zum 8. November 2018 rief dieser hier die Republik Bayern aus. Der Freistaat war geboren. 2014, fast 100 Jahre später, erwarb die SüdBier Unternehmensgesellschaft die Markenrechte und hat das Weizenbraugut jetzt mit neu ausgetüftelter Rezeptur auf den Markt gebracht.


Mathäsergenuss 1916

Gebraut wird in Grafing, das Rezept ist nah am Original

Auf 5,1 Prozent kommt das Bier. Entscheidende Zutat ist für die drei Jungbrauer, die hinter der SüdBier stehen, die verwendete Hefesorte aus Weihenstephan. Gebraut wird es gemeinsam mit dem Wildbräu in Grafing, das Rezept stammt aber von den Jungbrauern.

„Wir haben uns so weit es geht am Original orientiert. Das neue Mathäserbräu hat eine veränderte Stammwürze und ist im Alkoholgehalt und im Geschmack insgesamt etwas leichter“, sagt Maximilian Wagner von der SüdBier. „Das Besondere ist aber die offene Gärung, die es in großen Brauereien so nicht mehr gibt.“

In einer limitierten Sonderedition gibt’s für Liebhaber von hübschen Flaschen auch 2000 Stück, bei denen das Logo direkt auf die Flasche gebrannt ist. Folgendes Gedicht auf der Rückseite ist aber auch bei den Papieretiketten zu lesen:

Mathäserbräu, ein stolzer Name -
aus Liebe trinkt's ganz Bayern gern.
Denn über seinem Ursprungsorte
leuchtet hell des Freistaats Stern:
Nieder kniet' Bavaria
in Wittelsbach Novembernacht
und ward dank eines Löwengeistes
bei Mathäserbräu erwacht

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren