Nichtraucher-Wiesn: Feiern ohne Fluppen

Weil die Bayern per Volksentscheid für ein striktes Rauchverbot gestimmt haben, gilt ab heuer auch auf der Wiesn ein Kippen-Bann
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Busseln: Ja, Rauchen: Nein! Ein Motto, nach dem sich die Wiesn-Besucher richten müssen.
dpa Busseln: Ja, Rauchen: Nein! Ein Motto, nach dem sich die Wiesn-Besucher richten müssen.

Weil die Bayern per Volksentscheid für ein striktes Rauchverbot gestimmt haben, gilt ab heuer auch auf der Wiesn ein Kippen-Bann

MÜNCHEN Zum Wiesn-Bier gehört eine Zigarette? Nicht mehr! Nach dem erfolgreichen Volksentscheid zum Nichtraucherschutz werden die Kippen heuer auch aus den Festzelten verbannt. Wie gut die qualmfreie Wiesn tatsächlich funktioniert, wird sich erst im Praxistest erweisen. Doch die Wirte haben im Vorfeld einige Vorbereitungen getroffen.

Mit 500Plakaten und 30000Buttons machen sie auf das neue Rauchverbot aufmerksam. Die Botschaft an die Besucher: Bier, Brathendl und Bussi – gerne. Qualm? „No!“

Und was ist mit denjenigen, die es nicht lassen können? Je nach Zelt gibt es unterschiedliche Ausweichmöglichkeiten. So hat zum Beispiel der Wirt Sepp Krätz sein Hippodrom umbauen lassen. Im ersten Stock gibt es jetzt einen Raucherbalkon für 200 Gäste. Bei der Fischer-Vroni können etwa 150 Leute in einer Art eingegrenztem Hinterhof ihrem Laster frönen. Und im Weinzelt gibt es einen Außenbalkon, der jetzt den Rauchern zur Verfügung steht.

Bei einigen anderen Zelten heißt das Zauberwort „Reservierungsbändchen“ – damit sollen die Raucher wieder zurück ins Zelt kommen, auch wenn’s voll ist. Es bleibt spannend, wie gut das mit dem Wiedereinlass funktioniert.

Stichwort Strafen: Wer in den Festzelten einfach munter weiterqualmt, muss heuer noch nicht mit Bußgeldern rechnen. Die Stadt hatte eine letzte Schonfrist gewährt, die schnell als „Lex Wiesn“ die Runde machte. Die Zeit zwischen Volksentscheid und Wiesn-Aufbau sei zu kurz, wurde argumentiert. In diesem Jahr wollen die KVR-Kontrolleure, die ohnehin im Wiesn-Einsatz sind, sich nun erst einmal einen Überblick über die Lage verschaffen.

Die einzelnen Bierzelte werden selbst entscheiden, wie sie mit renitenten Rauchern umgehen. „Die Bedienung weist jeden darauf hin, dass es verboten ist“, erklärt zum Beispiel Hacker-Wirt Toni Roiderer. „Wenn jemand meint, er muss provokativ Ärger machen, wird man ihm erklären, dass das Rauchverbot gilt.“

Auch für ein Folge-Problem des Kippen-Banns haben die Wirte eine Lösung gefunden: Kein Rauch, viele andere Gerüche – und nicht nur schöne. Unter einigen Zelten werden deshalb Bakterien ausgesät. Sie sollen für frische Luft sorgen. Julia Lenders

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