Neue Mülleimer für München

In den neuen Abfallkübeln sind die Aschenbecher integriert. Über einen bisher unterschätzten Bereich der Stadt-Ästhetik.
| Laura Meschede
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Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Vorstellung der neuen Müllbehälter. Zunächst sind rund 150 Stück angeschafft worden.
Daniel von Loeper Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Vorstellung der neuen Müllbehälter. Zunächst sind rund 150 Stück angeschafft worden.

München - Sogar der Oberbürgermeister ist erschienen zur Vorstellung der neuen Mülleimer. "Schön und schlicht", findet Dieter Reiter (SPD) sie und stellt sich für ein Foto davor.

Die "Kombimüllbehälter" sehen aus wie klassische Münchner Mülleimer, haben aber eine neue Funktion: einen integrierten Aschenbecher. Sie sollen die Zahl der herumliegenden Zigarettenkippen an den U-Bahn-Abgängen reduzieren.

Zuvor hatte die Stadt das mit einfachen Aschenbechern versucht. Aber erfolglos: Binnen kurzer Zeit waren die Öffnungen mit Taschentüchern und anderem Müll verstopft – und die Zigaretten lagen weiter auf dem Boden. Die Kombination aus Mülleimer und Aschenbecher ist nun der nächste Versuch des Stadtrats, die U-Bahn-Eingänge kippenstummelfrei zu bekommen. Zuletzt gefordert hatte das die SPD-Fraktion.

"Schon einige Zeit" habe es in Anspruch genommen, die richtigen Abfallbehälter zu finden, sagt OB Reiter und hält eine spontane zehnminütige Rede über die Geschichte der neuen Mülleimer. "Wenn in letzter Zeit irgendwo eine Stadtrats-Reise hinging", sagt er, "dann hat man sich da gleich die Abfalleimer angeschaut." Um Anregungen zu finden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Vorstellung der neuen Müllbehälter. Zunächst sind rund 150 Stück angeschafft worden.
Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Vorstellung der neuen Müllbehälter. Zunächst sind rund 150 Stück angeschafft worden. © Daniel von Loeper

Harter Auswahlprozess für Münchens neue Mülleimer

Die knapp 150 Eimer, die nun im Ergebnis angeschafft wurden, sind also das Ergebnis eines harten Auswahl-Prozesses.

Keine Frage: Die Wahl der öffentlichen Abfalleimer ist nicht profan. Die roten Mülleimer der Stadt Hamburg haben einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Sie tragen aufgedruckte Sprechblasen ("Generation Befüllungsfähig", "Ich bin jung und brauche den Müll") und haben schon mehrere Design-Preise gewonnen.

Die Mülleimer der Berliner Stadtreinigung sind orange. Auf ihnen prangen Sprüche wie "Bitte füttern" und "Eimer ist immer für mich da". Kürzlich wurden sie von einer Marketingagentur für eine Instagram-Kampagne mit Influencern stylisch in Szene gesetzt.

Ein bisschen unlässig, aber in höchstem Maße funktional

Die Münchner Mülleimer sind grau und tragen Noppen, damit niemand Plakate auf ihnen anbringen kann. "Farblich passen sie zu den Pollern, die überall in der Stadt angebracht sind und zu den Füßen der Parkbänke", erklärt Horst Schiller vom Baureferat.

Anders als in den meisten anderen Städten sind sie nicht aus Kunststoff, sondern aus Stahl ("gegen Vandalierer") und haben einen Deckel mit verkleinerter Öffnung ("gegen die Krähen").

Und jetzt eben auch einen Aschenbecher, zumindest an den U-Bahn-Abgängen.

Nach mehreren Stadtratsanträgen und einer gescheiterten zweijährigen Pilotphase (mit den einfachen Aschenbechern) ist die Münchner Abfallbehältnis-Gestaltung damit wieder einen Schritt weiterentwickelt worden.

Sicherheitsbedacht, ein bisschen unlässig, aber in höchstem Maße funktional. Man muss in dem Mülleimer-Design keine Parabel auf München lesen. Aber man kann.

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