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Neue Kontaktbeschränkungen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt in München

Die Stadt München verschärft die Beschränkungen in Sachen Coronavirus, die neuen Regeln sollen vorerst für sieben Tage gelten: Unter anderem gilt "punktuell" an öffentlichen Plätzen ab Donnerstag eine generelle Maskenpflicht.
| Felix Müller Irene Kleber
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Münchens OB Dieter Reiter (SPD) bei der Pressekonferenz im Rathaus.
Münchens OB Dieter Reiter (SPD) bei der Pressekonferenz im Rathaus. © Josefine Kaukemüller/dpa

München - Besorgt sieht er aus, angespannt. OB Dieter Reiter (SPD) ist nicht zum Scherzen zumute. Als er am Montagmittag eilig und sehr spontan die Presse in den großen Sitzungssaal des Rathauses bittet, erinnert er daran, dass es normalerweise am Montag nach dem ersten Wiesn-Wochenende erfreulichere Themen zu besprechen gibt.

Dann geht es zackig ans Eingemachte. Die Corona-Inzidenzzahl ist und bleibt wohl hoch in München. 56,13 meldet die Verwaltung später am Tag.

Neue Corona-Beschränkungen in München

Am Vormittag im Krisenstab habe man "nach zwei Stunden Diskussion" beschlossen, drei weitere harte Maßnahmen zu treffen – gültig ab Donnerstag, falls am Mittwoch der heikle Grenzwert von 50 noch immer überschritten ist.

  • Dann dürfen sich in München (außerhalb des eigenen Hausstands, Partnern oder Verwandten in gerader Linie) nur noch fünf Personen (bisher zehn) treffen, "also Freunde oder Bekannte", so Reiter.
    Oder aber zwei Haushalte. Das gelte sowohl im privaten und öffentlichen Raum als auch in der Gastronomie. Wobei mit zwei Haushalten auch etwa zwei Familien gemeint sind, die samt Kindern die Anzahl Fünf übertreffen. "Die Idee ist", so der OB, "die Zahl der Menschen, die sich treffen, drastisch zu reduzieren. Wir müssen alles tun, um Menschenansammlungen zu verhindern."
  • Harte Beschränkungen gelten nun auch für "anlassbezogene private Feiern", die nicht angemeldet werden müssen – wie Hochzeiten, Geburtstage, Partei- oder Vereinssitzungen und Beerdigungen. Hier dürfen nur noch 25 Menschen in geschlossenen Räumen (bisher 100) und 50 an der frischen Luft (bisher 200) zusammen kommen. Das gilt zunächst nicht für Veranstaltungen, "denn hier gibt es einen Verantwortlichen wie den Wirt und ein Hygienekonzept".
  • Die dritte Regelung dürfte ein Schock für Innenstadtflaneure sein. "Es wird eine Maskenpflicht geben. Noch nicht für die ganze Stadt", so Reiter, "aber punktuell". Gemeint sind der Viktualienmarkt, Stachus, Marienplatz und die Altstadt-Fußgängerzone, Schützen- und Sendlinger Straße einschließlich Sendlinger-Tor-Platz. Hier lesen Sie, wo genau die Maskenpflicht in München gilt

Letzteres dürfte bei den Händlern der Innenstadt überhaupt nicht gut ankommen. Auch wenn Wolfgang Fischer, der Chef ihrer Vereinigung Citypartner, sich demonstrativ zurückhält. "Die Gesundheit der Bevölkerung hat Priorität", sagt er der AZ. Trotzdem: Eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone bedeute "einen herben Rückschlag".

Maskenpflicht in der Innenstadt

Aus dem Rathaus hingegen muss Reiter nicht mit Kritik rechnen. Die neuen Regeln, so der OB, werden jeweils für sieben Tage gelten. Man werde in Zukunft stets die Zahlen im Blick behalten, um die neuen Regelungen zu verlängern – oder gegebenenfalls zu kippen. Die Grünen-Bürgermeisterin Kathrin Habenschaden twitterte, es sei "richtig, Einschränkungen zu verschärfen".

Auch Reiters Stadtratsfraktion stellt sich hinter ihren OB. Fraktionschefin Anne Hübner, die in den vergangenen Tagen vor allem als vehemente Kritikerin der Wirtshaus-Wiesn aufgefallen war, betonte, dass Reiter "alle denkbaren Maßnahmen eingeleitet" habe, um "Kita- und Schulschließungen zu vermeiden".

Auch CSU-Stadtrat Hans Theiss erklärte, Reiters Maßnahmen seien "kurzfristig vertretbar", um Schul- und Kitaschließungen zu vermeiden.

Verstöße kosten bis zu 25.000 Euro

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU), die in der Stadtverwaltung für den Viktualienmarkt verantwortlich ist, verteidigte auf AZ-Nachfrage die neue Regel: "Auf dem Viktualienmarkt ist es oft sehr voll und die Menschen können die Abstände aufgrund der engen Gänge nicht einhalten", sagte sie.

Verstöße können teuer werden. Der Höchstrahmen liegt bei 25.000 Euro. In Einzelfällen geht es bei 50 Euro los.

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