Nach Freispruch für Theaterchef Pekny: Wechsel an der Spitze geplant

Regisseur René Heinersdorff soll auf den intern umstrittenen Pekny folgen.
| AZ/dpa
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Thomas Pekny steht vor der Ablösung.
Thomas Pekny steht vor der Ablösung. © dpa/Barbara Insinger/Geisler-Fotopress

München - Nach dem Freispruch für Theaterchef Thomas Pekny vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs steht ein Wechsel an der Spitze der Komödie im Bayerischen Hof in München an. Das hatte die AZ bereits exklusiv berichtet.

Als neuer Verantwortlicher ist Regisseur René Heinersdorff geplant, wie Pekny, Heinersdorff und die Geschäftsführerin des Bayerischen Hofs, Innegrit Volkhardt, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Heinersdorff ist Direktor des Theaters an der Kö in Düsseldorf und des Theaters am Dom in Köln.

Pekny: "Müsste mich gar nicht völlig zurückziehen"

Pekny sagte: "Ich habe einen Freispruch, ich müsste mich gar nicht völlig zurückziehen." Wenn so eine Stimmung herrsche, halte er es aber für opportun, Heinersdorff ranzulassen. Die Leitung sei bei ihm in "allerbesten Händen".

Die Staatsanwaltschaft hatte Pekny vorgeworfen, betrunkene Frauen auf dem Oktoberfest angesprochen und mit in die Proberäume des Theaters genommen zu haben. Dort soll er sich nach Darstellung der Anklagebehörde an den schlafenden Frauen vergangen und davon Videos und Fotos gemacht haben. Das Landgericht München I sprach ihn Ende Juli aus Mangel an Beweisen frei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft legte Revision ein. Einige Schauspieler distanzierten sich von Pekny.

Heinersdorff soll Pekny-Nachfolger werden

Der Anstoß zum Wechsel an der Spitze kam laut den Beteiligten von Pekny. Der Theaterchef sei an ihn herangetreten, ob er Interesse habe, was er bejaht habe, sagte Heinersdorff. Die beiden hätten ein gutes Verhältnis und bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet.

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Pekny ist Intendant, Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Theaterbetriebe Margit Bönisch GmbH. Diese betreibt das Theater und ist Mieterin beim Bayerischen Hof. Geplant ist demnach, dass Heinersdorff eine laut Pekny "noch festzulegende" Zahl der GmbH-Anteile kauft und das operative Geschäft übernimmt. Die genauen Bedingungen sind demnach noch nicht klar.

Wechsel soll in den nächsten Wochen passieren

Damit Schaden vom Haus abgewendet werde, wolle man den Wechsel aber innerhalb der nächsten Wochen über die Bühne bringen, sagte Heinersdorff. Die Geschäftsführerin des Bayerischen Hofs, Innegrit Volkhardt, bestätigte die Planungen und hieß den geplanten Wechsel gut.

Pekny sei freigesprochen worden, betonte Heinersdorff. In einem Rechtsstaat müsse man sich darauf einigen können, dass das auch gelte. Andererseits habe er aber großes Verständnis für Frauen und Männer, die nach der Geschichte nicht mehr zusammenarbeiten wollten. "Ich verstehe, dass da Ressentiments bestehen", sagte er. 

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