Nach Christkindlmarkt-Absage: Entschädigung für Standlbetreiber gefordert

Sowohl die grün-rote Rathauskoalition als auch die CSU fordern nach der Absage des Münchner Christkindlmarkts Entschädigungen für die Beschicker. Schon im Dezember soll ein entsprechendes Konzept vorgelegt werden.
| Michael Schleicher
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Die Standl für den Christkindlmarkt standen schon seit Tagen auf dem Marienplatz, nun müssen sie wieder abgebaut werden.
Die Standl für den Christkindlmarkt standen schon seit Tagen auf dem Marienplatz, nun müssen sie wieder abgebaut werden. © imago images/Sven Simon

München - Für die Münchner war die Nachricht eine mehr als bittere: Der Christkindlmarkt am Marienplatz, der dieses Jahr eigentlich im XXL-Format stattfinden sollte, wird abgesagt! Grund dafür, natürlich, die Corona-Situation, die sich in der Stadt immer weiter zuspitzt.

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Doch weitaus härter trifft die Absage die Beschicker, die ihre Standl in der Altstadt bereits vor Tagen aufgestellt hatten. Sie müssen nun wieder abbauen – auch dieses Jahr können sie ihre Christbaumkugeln, ihre Handwerkskunst und ihre Weihnachts-Leckereien nicht anbieten und verkaufen.

Viele der Standlbetreiber bangen deshalb nun um ihre Existenz. Die Stadt möchte helfen, Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte bereits am Dienstag, dass es einen "finanziellen Ausgleich" für die Beschicker geben soll.

Beschicker sollen entschädigt werden

Einen Tag später zogen die größten Fraktionen im Stadtrat nach: Sowohl die Grünen - rosa Liste als auch SPD/Volt und die CSU fordern eine Entschädigung für die Beschicker, denn viele von ihnen hatten ihr Personal rund eine Woche vor dem Start bereits eingestellt, Waren waren schon bestellt und geliefert worden. Ein entsprechendes Konzept soll das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) demnach bereits im Dezember vorlegen.

Die Christkindlmarkt-Absage sei für die Beschicker eine "wirtschaftliche Katastrophe", schreiben die Grünen in ihrem Antrag. Die Stadt müsse nun ein klares Zeichen setzen, dass sie zu ihren Marktkaufleuten steht und sie nicht alleine lässt. Schließlich sollen die Beschicker ja im kommenden Jahr wieder an den Marienplatz kommen.

Ähnlich äußert sich auch der rote Koalitionspartner: "Nur mit finanzieller Unterstützung können sie im kommenden Jahr in der Lage sein, den dann hoffentlich wieder stattfindenden Christkindlmarkt zu bereichern", schreibt die SPD in ihrem Antrag. Das Ziel der Entschädigung sei es, die Zeit zu überbrücken, bis größere Märkte wieder möglich sind. SPD-Stadtrat Klaus Peter Rupp appellierte an die Münchner: "Lasst euch impfen und boostern. Nur so können wir die Pandemie überwinden und zu unserem gewohnten Leben zurückkehren."

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CSU: Stadt soll bereits bestellte Waren abkaufen

Die CSU-Fraktion geht noch einen Schritt weiter und schlägt als "angemessene Kompensation" unter anderem vor, dass die Stadt bereits bestellte und gelieferte Waren abkaufen und anschließend an soziale Einrichtungen und Bedürftige verteilen kann.

Auch wenn die großen Christkindlmärkte in der Stadt abgesagt wurden – kleinere Märkte von privaten Anbietern dürfen mit der 2G+-Regel stattfinden. Für die Betreiber fordert die CSU nun eine Freistellung von sämtlichen Gebühren. Die Kontrolle von 2G+ sowie die Einzäunung des Gebiets zur Kontakterfassung und Besucherbegrenzung würden "immense Mehrkosten" verursachen, die die Veranstalter entsprechend an die Beschicker weiterreichen. "Wir fordern deshalb, dass zumindest die Landeshauptstadt auf die Erhebung von Sondernutzungsgebühren sowie Entgelte, z.B. für Beleuchtung etc. verzichtet", schreibt die CSU.

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