MVV-Streifenkarte für 21 Euro: Davor warnt die Münchner SPD jetzt 

Die SPD kritisiert den Aufschlag für die Papier-Streifenkarte im MVV und sieht vor allem ältere Menschen belastet. Als Alternative verweist die Fraktion auf Städte, in denen Senioren kostenlos fahren. Der Vorschlag kam allerdings auch schon vor der Wahl von den Grünen. 
von   AZ
Die digitale Streifenkarte kostet ab 2027 19,50 Euro. Die Papiervariante 21. Das sei gerade für Seniorinnen und Senioren unfair, kritisiert die SPD-Fraktion im Rathaus.
Die digitale Streifenkarte kostet ab 2027 19,50 Euro. Die Papiervariante 21. Das sei gerade für Seniorinnen und Senioren unfair, kritisiert die SPD-Fraktion im Rathaus. © Rolf Poss via www.imago-images.de

Auf Preiserhöhungen reagiert wohl kaum jemand mit Freude – schon gar nicht bei der Mobilität. Nachdem der Münchner Verkehrsverbund (MVV) diese Woche seine neuen Tarife für das Jahr 2027 vorgestellt hat, gibt es nun auch Kritik aus dem Rathaus. Im Mittelpunkt: die Streifenkarte.

"Benachteiligt ältere Menschen": Kritik am Streifenkartenpreis

Sie kostet ab kommendem Jahr 21 Euro, digital 19,50 Euro. Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte die Tariferhöhung bereits scharf kritisiert. Auch die Fraktion ÖDP/Bündnis Kultur und München-Liste monierte den Preisunterschied zwischen Papier- und Digitalvariante.

Jetzt schließt sich die SPD-Fraktion im Stadtrat der Kritik an. "Dieser Preisunterschied benachteiligt vor allem ältere Menschen, für die App-Lösungen oft nicht funktionieren", schreibt sie in einer Mitteilung.

Der günstigere Digitaltarif soll zwar den Umstieg aufs Handy beschleunigen. Langfristig könnten dadurch etwa Automaten wegfallen und Kosten gespart werden. Für Menschen, die technisch nicht ausgestattet sind oder sich mit Apps schwertun, werde der Preisaufschlag dagegen zur Belastung, so die SPD.

London, Prag und Budapest: Hier fahren Senioren gratis

Als Alternative verweist die Fraktion auf andere Großstädte: In London, Prag und Budapest fahren Seniorinnen und Senioren kostenlos.

Auch in München wurde das bereits diskutiert: Vor der Wahl hatte OB Dominik Krause (Grüne) vorgeschlagen, Ticketschalter abzubauen und dafür Senioren kostenlos mit den Öffis fahren zu lassen. Der damalige OB Dieter Reiter (SPD) kritisierte den Vorschlag damals scharf.

Nun hat die SPD ihre Einschätzung offensichtlich geändert. Jetzt schreibt sie in einer Mitteilung: "So können Seniorinnen und Senioren entlastet werden und der technische Fortschritt wird nicht gebremst."

Die SPD erinnert außerdem daran, dass sie bereits 2024 gefordert habe, dass es immer eine faire Alternative zum digitalen Angebot geben müsse.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.