MVV: Bahnsteigkarte in München wird ersatzlos gestrichen!

Die Bahnsteigkarte wird in München zum 1. August ersatzlos abgeschafft. Das hat die MVV-Gesellschafterversammlung am Freitag beschlossen.
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Die Bahnsteigkarten sollen nun "sukzessive" aus den Automaten entfernt werden.
dpa Die Bahnsteigkarten sollen nun "sukzessive" aus den Automaten entfernt werden.

München - Wer Freunde oder Angehörige von der U- oder S-Bahn abholen möchte, braucht in München (bisher noch) das sogenannte Bahnsteigticket. Wer also auch nur den Bahnsteig betritt, ohne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, muss aktuell eigentlich 40 Cent zahlen. Doch schon bald ist die Bahnsteigkarte in München Geschichte!

Am Freitag teilte der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) mit, dass die Bahnsteigkarte in München zum 1. August 2019 "ersatzlos abgeschafft" wird. Das habe die MVV-Gesellschafterversammlung am Freitag beschlossen.

Zugangsschein statt Bahnsteigkarte

Demnach ist die Regel künftig so: Kunden, die während einer Sperrenkontrolle eine andere Person zum Bahnsteig begleiten oder abholen wollen, erhalten vor Ort einen kostenlosen Zugangsschein. Die Bahnsteigkarte ist für Fahrscheinkontrollen wichtig, wenn die Bereiche ab den Ticketentwertern abgesperrt und alle Personen beim Verlassen überprüft werden. Kontrolleure gäben die neuen Scheine frühzeitig vor Kontrollen an die Fahrgäste aus, um Missverständnisse zu vermeiden, sagte ein Sprecher der Stadtwerke München. "Wir weisen früh genug auf Kontrollen hin." Die Karte sei eine halbe Stunde gültig.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte laut einer Pressemitteilung, kaum jemandem sei klar, "dass auch dann ein Ticket gelöst werden musste, wenn man nur auf den Bahnsteig ging, um jemanden zu verabschieden oder abzuholen". Besonders wegen der verhängten Bußgelder stand das Ticket in der Kritik. Von Januar bis November 2017 nahm der MVV rund 7.000 Euro durch das Ticket ein.

Auch MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, MVG-Chef Ingo Wortmann und S-Bahn-Chef Heiko Büttner begrüßen die Abschaffung des Tickets: "Die Bahnsteigkarte war ein Überbleibsel aus den Anfangsjahren des Verbundes." Sie freuen sich, dass eine pragmatische Lösung gefunden werden konnte: "Mit den künftig veränderten Sperrenkontrollen ist es trotz Abschaffung der Bahnsteigkarte möglich, Schwarzfahrer zu identifizieren - und so vor allem ehrliche Fahrgäste zu schützen."

Bis zum 1. August 2019 sollen demnach nun die Tarifbestimmungen entsprechend angepasst und die Bahnsteigkarten "sukzessive" aus den Automaten entfernt werden.

Hamburg behält die Bahnsteigkarte

Hamburg behält seine Bahnsteigkarte dagegen, obwohl sie auch dort kritisiert wird. Das Ticket werde nicht häufig verkauft, sagte ein Sprecher des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) am Freitag. Aber es sei für Abgangskontrollen nötig. Der HVV nahm damit von Januar bis November 2017 genau 2379 Euro ein.

Lesen Sie auch: So schnell werden Sie in München zum Schwarzfahrer

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