Münchner Stadtrat vereint: Alle für die Großmarkthalle - Investor gesucht

Sendling: Im Stadtrat ist auch die Opposition offen für einen privaten Investor für die Großmarkthalle.
| Felix Müller, Irene Kleber
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Historisches Ambiente: die Großmarkthalle in Sendling.
Petra Schramek Historisches Ambiente: die Großmarkthalle in Sendling.

Sendling: Im Stadtrat ist auch die Opposition offen für einen privaten Investor für die Großmarkthalle.

Vor ein paar Tagen saßen die Fraktionsspitzen von CSU und SPD beisammen, dazu die zuständigen Fachpolitiker der Stadtratsfraktionen. Das Thema: die Großmarkthalle. Das Ergebnis: Man ist offen für einen privaten Investor für den Standort Sendling. In der CSU ist man offenbar deutlich begeisterter von dem Konzept, in der SPD grummelt es noch ein bisserl.

"Wir sollten uns das auf jeden Fall anschauen", sagte SPD-Stadträtin Ulrike Boesser am Freitag der AZ. "Aber es müssen noch viele Details geklärt werden." CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl erklärte: "Ich sehe eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass die CSU dafür stimmen wird." Er gehe inzwischen nicht mehr von 180 Millionen Euro Baukosten für eine moderne neue Halle auf dem Areal aus. Am Ende würde es für die Stadt eher um 200, vielleicht sogar 250 Millionen gehen, etwa, weil frei werdende Flächen an die städtischen Wohnungsgesellschaften "quasi verschenkt" würden und die kalkulierten Mieten für die Händler nicht zu halten seien.

Die Opposition ist ebenfalls offen für den Plan. Die FDP unterstützt ihn ausdrücklich, Grünen-Fraktionschef Florian Roth gab zu bedenken: "Es muss natürlich ein transparentes Verfahren sein, keine Mauschelei."

Damit spielt er darauf an, dass man im Rathaus offenbar einen großen Münchner Immobilienbesitzer im Auge hat. Nach AZ-Informationen ist er schon in Stadtrats-Fraktionen mit einem Konzept für das Areal vorstellig geworden.

Privater Investor für die Großmarkthalle? Kritiker befürchten Mieterhöhungen

Am Großmarkt selbst ist man sich nicht sicher, was man von der neuen Entwicklung halten soll. Händler hatten zuletzt mal wieder mit dem Abzug gedroht. "Wir müssen uns noch erkundigen, was das jetzt genau bedeutet", sagte Günther Warchola vom Fruchthandelsverband. Ein Großmarkthallen-Insider erklärte, die Unsicherheit, wie es weiter gehe, sei zuletzt sehr groß gewesen. "Ob es mit einem Investor am Ende wirklich günstiger wird, da würde ich aber abwarten."

Auch in den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung dürfte man die Neuentwicklung im Stadtrat kritisch sehen. Noch Ende Mai hatte Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) explizit dafür geworben, dass die Großmarkthalle in Sendling bleibt (was weiter der Plan ist) und dass die Stadt selbst baut (was nun kippen dürfte). Die Baukosten seien viel niedriger als im Rathaus oft behauptet, sagte Markwardt, sie lägen insgesamt bei etwa 140 Millionen Euro.

Sein Argument: Wenn ein Investor baue, könne der am Ende doch die Miete diktieren – mit unklaren Folgen für die Stadt, die dann ja Mieter ist. Wie es scheint, hat Markwardt die Stadtrats-Mehrheit damit nicht überzeugt.

Streit um Großmarkthalle - und Hygienezustände

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