Münchner Sicherheitskonferenz: Die Stadt wird zur Festung
Keine Frage, es wird ein turbulentes Wochenende werden, wenn sich die Mächtigen der Welt zur 62. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof treffen. Die Münchnerinnen und Münchner sind die Einschränkungen in der City gewohnt. Was die Siko-Proteste betrifft, dürfte eine Veranstaltung alle anderen heuer in den Schatten stellen.
Die größte Kundgebung auf der Theresienwiese
"Menschenrechte und Freiheit im Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk": Unter diesem Motto findet am Samstag eine Mega-Kundgebung (12 bis 17 Uhr) auf der Theresienwiese statt. Die Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, 100.000 Teilnehmer zu mobilisieren. "Sie sollen mit Flugzeugen und Bussen aus ganz Europa kommen", sagt Christian Huber, Polizeivizepräsident und Einsatzleiter. Ob es tatsächlich so viele werden, lässt er offen. Außer in München sollen Kundgebungen auch in Los Angeles und Toronto stattfinden.
65 Staats- und Regierungschefs kommen zur Sicherheitskonferenz, dazu Außen- und Verteidigungsminister, Militärs und Manager. Zu den prominentesten Gästen dürfte US-Außenminister Marco Rubio zählen. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll kommen. Friedrich Merz (CDU) wird erstmals als Kanzler an der Konferenz teilnehmen.
Spricht der Sohn des gestürzten Schahs von Persien?
Eingeladen ist auch Reza Pahlavi. Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien zählt zu den führenden iranischen Oppositionellen im Exil. Ob Pahlavi auch auf die Theresienwiese kommt, um dort vor den versammelten Demonstranten zu sprechen, steht noch nicht fest. Er werde sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, vor so einer großen Menschenmenge aufzutreten, vermuten Insider.

Vom Bayerischen Hof rüber zur Wiesn wird der Sohn des Schahs (65) garantiert nicht mit der U-Bahn fahren. Denkbar wäre ein Transport per Helikopter oder in einer gepanzerten Limousine mit Personenschützern und Polizeieskorte. Zu Details oder Vorbereitungen schweigt man im Präsidium. "Zur Polizeitaktik geben wir generell keine Auskunft", sagt Polizeisprecher Thomas Schelshorn. "Wir haben den Auftrag zur Gefahrenabwehr, dem wir nachkommen werden."

Hier wird in der Stadt überall demonstriert
Zur Verfügung stehen während der 62. Sicherheitskonferenz rund 5000 Polizistinnen und Polizisten. Sie müssen sich aber nicht nur um den Schutz der Polit-Prominenz kümmern, sondern auch um zahlreiche Veranstaltungen. 21 sind bisher für das Wochenende angemeldet. Vergangenes Jahr waren es 43, etwa doppelt so viele.
Die traditionelle Siko-Demo des Aktionsbündnisses gegen die NATO-Sicherheitskonferenz führt am Samstag vom Stachus über den Lenbachplatz, Odeonsplatz bis vor das Rathaus (12.30 bis 17 Uhr). Daran sollen sich 4000 Menschen beteiligen. Gleichzeitig ist eine Menschenkette quer durch die Fußgängerzone vom Stachus zum Marienplatz geplant.
Das Bündnis "München steht auf" hat eine Kundgebung am Samstag (12.40 bis 19 Uhr) am Odeonsplatz mit rund 3000 Teilnehmern und einem Demozug angemeldet.
Eine Demo unter dem Motto "Starkes Europa zusammen mit der Ukraine" findet am Samstag am Max-Joseph-Platz (13 bis 17 Uhr) statt. Erwartet werden rund 3000 Teilnehmer. Am Königsplatz findet zudem eine Demo statt unter dem Motto "Gegen das Mullah-Regime im Iran. Unterstützung unserem Kaiser Reza Pahlavi" mit erwarteten 600 Teilnehmern.
Einschränkungen bei Tram und Bus
Rund um den Promenadeplatz gibt es ab Freitag, 5 Uhr morgens, bis Sonntag, 15 Uhr, zwei Sicherheitsbereiche. In die innere Zone, sie umfasst den Promenadeplatz mit den Hotels "Bayerischer Hof" und "Rosewood Munich". Hier kommen nur Konferenzteilnehmer und akkreditierte Personen rein. Dem schließt sich der zweite Sicherheitsbereich an. In den kommen rein: Anwohner und Personen mit einem "berechtigten Interesse", also Kunden von Geschäften oder deren Angestellte, Patienten von Praxen. Beide Zonen umfassen nach Polizeiangaben die Bereiche: Karmeliterstraße, Promenadeplatz, Prannerstraße, Kardinal-Faulhaber-Straße, Hartmannstraße sowie Teile der Pacellistraße, der Maffeistraße, der Salvatorstraße und des Salvatorplatzes.

Mehr Zeit und Umwege einplanen
An den Absperrungen werden Personen- und Taschenkontrollen durchgeführt. Man sollte also seinen Personalausweis dabei haben und Zeit für eventuelle Umwege einplanen. "Es wird zweifellos zu Beeinträchtigungen kommen", sagte Einsatzleiter Christian Huber, auch mit Blick auf temporäre Straßensperrungen für die Transferfahrten der Konferenzgäste. Zudem gibt es eine Flugverbotszone, die auch für Drohnen gilt. Sie erstreckt sich in einem Radius von 5,5 Kilometern und reicht vom Olympiapark bis zum Perlacher Forst. Unangenehm auswirken werden sich auch großräumige Parkverbote. Autos sollte man umparken, ab Donnerstag wird abgeschleppt,
Umsteigen auf U und S-Bahn
Wer zum Bummel in die City will, sollte mit U- und S-Bahn fahren. Bei Tram und Bus muss man aufpassen. Wegen der Sicherheitskonferenz, so teilen die Stadtwerke mit, ist der Abschnitt Karlsplatz – Maxmonument von Freitag, 13. 2., ab ca. 4 Uhr bis Sonntag, 15. 2., ca. 16:30 Uhr gesperrt. Die Haltestellen Lenbachplatz, Marienplatz (Theatinerstraße), National-Theater und Kammerspiele werden nicht angefahren. Die 19er Tram und die Nacht-Tram N19 werden zwischen Hauptbahnhof Süd und Maxmonument über Sendlinger Tor und Isartor umgeleitet. Der Abschnitt Hauptbahnhof – Kammerspiele entfällt. Die Tram 21 wird zwischen Hauptbahnhof Nord und Max-Weber-Platz über Sendlinger Tor und Isartor umgeleitet. Lenbachplatz – Maximilianeum werden nicht bedient.

