Münchner Olympia-Bewerbung: Diese Kosten sorgen für Streit im Rathaus

Damit das Rathaus die Olympia-Bewerbung voranbringen kann, soll neues Personal eingestellt werden. Der Stadtrat hat das mehrheitlich bewilligt. Doch aus der Opposition kam auch Kritik. 
von  Christina Hertel
So stellt sich die Stadt Olympia in München vor. Um die Bewerbung auszuarbeiten, soll neues Personal eingestellt werden.
So stellt sich die Stadt Olympia in München vor. Um die Bewerbung auszuarbeiten, soll neues Personal eingestellt werden. © LHM/Sportreferat

Um die 20 Millionen Euro soll die Münchner Olympia-Bewerbung kosten. So geht es aus einer Beschlussvorlage hervor, über die der Stadtrat am Mittwoch abgestimmt hat. Es sei eine erste, "sehr grobe Schätzung". Wie genau die Stadt, der Bund, der Freistaat und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Kosten aufteilen, ist noch unklar.

Klar ist aber bereits: Die Olympia-Bewerbung führt dazu, dass im Rathaus neues Personal eingestellt wird. Am OB-Büro soll eine neue Stabsstelle angesiedelt werden mit drei neuen befristeten Stellen (Personalkosten: 351.470 Euro jährlich), dann soll eine Bewerbungsgesellschaft gegründet werden mit zwei neuen Stellen (Personalkosten: 247.380 Euro jährlich) und auch im Sportreferat sollen zwei neue Mitarbeiter anfangen und ein Vertrag soll verlängert werden (Personalkosten: 320.130 Euro jährlich). Macht acht Stellen und jährliche Personalkosten von fast 920.000 Euro.

Neue Stellen für Olympia – aber nicht für Drogenstreetwork

Der Stadtrat hat dem am Mittwoch in der Vollversammlung mehrheitlich zugestimmt. Dagegen stimmten die Fraktion ÖDP-München-Liste-Bündnis-Kultur, Die Linke, die AfD und "Die Partei".

ÖDP-Chef Tobias Ruff erinnerte daran, dass im Rathaus – aufgrund der Haushaltskrise – ein Einstellungsstopp gilt. Wenn jemand in Ruhestand geht, wird der Posten in der Regel nicht nachbesetzt.

"Gleichzeitig wird eine Stelle für Drogenstreetwork abgelehnt", sagte Linken-Chef Stefan Jagel. Ein Drogenstreetworker sollte eigentlich für den Nußbaumpark eingestellt werden. Doch mit Verweis auf die Haushaltslage wurde darauf verzichtet. Dieser Beschluss erfolgte in der gleichen Sitzung.

"In einer Stadtverwaltung mit Tausenden Beschäftigten kann ich mir nicht vorstellen, dass man nicht zumindest einen Teil intern besetzen kann", sagte Carina Bachner von Volt.

Volt fordert eine Olympia-Kommission

Doch die neuen Stellen für Olympia sind nicht das Einzige, was Stadträte kritisch sehen. Volt – grundsätzlich ein Befürworter der Olympia-Bewerbung – wollte per Änderungsantrag durchsetzen, dass eine Olympia-Kommission eingesetzt wird. Über diese Kommission solle der Stadtrat in den Bewerbungsprozess eingebunden werden.

Eine Mehrheit fand dieser Änderungsantrag nicht. Was nicht bedeutet, dass es keine solche Kommission geben wird. In der Vorlage wird diese angekündigt. Auch OB Dominik Krause (Grüne) erklärte bei einer Pressekonferenz am Montag, dass er kritische Stimmen einbinden wolle. "Wir sollten aber noch einmal überlegen, wer in dem Beteiligungsgremium dabei sein soll", sagte Beppo Brem von den Grünen.

Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) kündigte an, auch die Münchner Sportszene einbinden zu wollen. Sie sei vor Kurzem zu Gast auf der Sportministerkonferenz gewesen. Dort ist laut Dietl deutlich geworden, dass auch die anderen Bundesländer die Münchner Bewerbung unterstützen. "Ich habe auch deutlich gemacht, dass wir Unterstützung und Fördermittel brauchen", sagte sie.

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