Münchner Altmieter mussten für Luxusprojekt weichen: Jetzt gibt es hier nur eine große Baulücke

Einst Brauereigelände von Paulaner mit Bürohochhaus und Produktionshallen, ist in der Oberen Au zwischen Regerstraße und Hochstraße in den letzten Jahren ein komplett neues Quartier entstanden, mit günstigen, aber auch sehr teuren Wohnungen und einer großen öffentlichen Grünanlage samt Spielplätzen und Freizeitanlagen.
Mieter verloren ihre Häuser – Investorenfamilie will selbst bauen
Nur ein letztes Stück, eine letzte Lücke in den Häuserblockreihen, ist bis heute nicht geschlossen. An der Hochstraße hat der Hamburger Immobilieninvestor und -entwickler Becken Development unter dem klangvollen Projektnamen "Hoch der Isar" die edelsten Wohnungen des Quartiers gebaut (AZ berichtete).
Zwischen diesen und den benachbarten kleinen Herbergshäusern in der Hochstraße klafft aber noch eine letzte Lücke. In dieser will die Familie Becken selbst bauen. Zwei kleinere Wohnhäuser, die Hochstraße 71 und 73, wurden dafür gekauft und abgerissen. Die damaligen Mieter hatten lange um ihre Häuser gebangt.

Das Projekt, so scheint es, lief und läuft wohl nicht so recht nach Plan: Ursprünglich hatte Becken schon beim Richtfest des Hoch der Isar im April 2022 angekündigt, die Häuser noch im Jahr 2022 abzureißen, doch daraus wurde nichts. Erst im Februar 2025 wurden die Häuser schließlich abgerissen, standen bis dahin fast fünf Jahre lang leer.
Vielleicht mag die Verzögerung mit der Stadtgestaltungskommission zusammenhängen, sie hatte erste Entwürfe für den Lückenschluss im November 2022 abgelehnt. Die Kritik damals, der Entwurf biete keine ausreichende Vermittlung zwischen den benachbarten Alt- und Neubauten.
Leerstand, Abriss, Brache – Gründe werden nicht genannt
Zu den genauen Gründen für die lange Verzögerung äußerte sich Becken auf AZ-Anfrage im April 2025 jedoch nicht. Eine Sprecherin erklärte aber, was an der Stelle geplant sei: Ein Mehrfamilienhaus mit fünf Geschossen und 15 Wohneinheiten im frei finanzierten Wohnungsbau.
Die Wohnungen mit 35 bis 90 Quadratmetern Wohnfläche seien zur Miete vorgesehen, hieß es. Im nächsten Schritt nach dem Abriss solle die Finanzierung sichergestellt werden, "bevor anschließend mit dem Neubau begonnen werden kann – möglicherweise noch im vierten Quartal 2025".
Das hat nun wieder nicht geklappt, denn die Baulücke liegt im Januar 2026 unberührt da wie eh und je. Auf eine erneute Anfrage der AZ heißt es, das Projekt befinde sich weiterhin in der Planungsphase. Eine Sprecherin erklärt weiter: "Einen verbindlichen Zeitrahmen für den Baubeginn können wir derzeit jedoch nicht nennen, da externe Faktoren wie Markt- und Finanzierungsbedingungen selbstverständlich Einfluss nehmen." Es dauert also noch an der Hochstraße.