München tanzt wieder! So lief das erste Club-Wochenende in der Stadt

Was Club-Betreiber und Polizei zum ersten Wochenende sagen, an dem die Clubs der Stadt wieder öffnen durften.
| Ralph Hub Felix Müller
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Die Tanzfläche im Harry Klein ist brechend voll - fast wie in Zeiten vor Corona.
Die Tanzfläche im Harry Klein ist brechend voll - fast wie in Zeiten vor Corona. © privat

München - In Münchens Clubs wird wieder gefeiert. DJ Nihil schiebt im Münchner Elektroclub Harry Klein die Lautstärkeregler nach oben - der Moment, auf den alle gewartet haben. Nach knapp eineinhalb Jahren darf hier wieder ohne Abstand und ohne Maske getanzt werden.

So lief der Neustart in Münchens Clubs

Zum Neustart ist die Anspannung zu spüren, aber auch die Vorfreude, dass endlich wieder Leben in die Clubs kommt. "Das kollektive Wogen und Tanzen", sagt David Süß vom Techno-Club Harry Klein am Sonntag im Gespräch mit der AZ, "zu spüren, wie happy einfach alle sind, das war nach der langen Zeit schon genial".

Und so ging es offenbar sehr vielen Münchnern. Lange Schlangen bildeten sich zum ersten Tanz-Wochenende. Vor dem Club Neuraum in der Arnulfstraße drängten sich am Freitagabend rund 1.500 Menschen vor dem Eingang. Die Situation war laut Polizei etwas chaotisch.

Vor vielen Clubs in der Stadt bilden sich lange Schlangen am Einlass.
Vor vielen Clubs in der Stadt bilden sich lange Schlangen am Einlass. © privat

Polizei muss Schlangen vor Clubs ordnen

Im Gedränge fielen Leute über herumstehenden Gerümpel und am Biden liegende Kabel. "Clubleitung und Security wirken etwas überfordert", sagte Polizeisprecher Sven Müller, "wir haben geholfen, etwas Ordnung in den Start zu bringen."

Vor vielen Clubs in der Stadt bildeten sich lange Schlangen. Der Ansturm war enorm. Andere Club zögern noch, brauchen noch etwas mehr Zeit für Vorbereitungen.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte das Kabinett beschlossen, dass Discos und Clubs in Bayern ab 1. Oktober mit der "3G-Plus-Regel" wieder öffnen dürfen. Das Harry Klein hat sich jedoch von Anfang an für die 2G-Regel entschieden."Wir sehen in 3G einfach keine Zukunft", betont Club-Chef Peter Fleming.

Das sagen die Clubgänger

"Man kann ja nicht jedes Mal vor dem Feiern einen PCR-Test für über 70 Euro kaufen", sagt Besucherin Tanja. Für die 21-Jährige geht am Abend ein Wunsch in Erfüllung. "Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet. Endlich wieder etwas Normalität". Es fühle sich an wie früher.

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"Am Anfang habe ich etwas gezögert, aber nach einer halben Stunde etwa waren die Berührungsängste wieder abgelegt", sagt Tanja. Am meisten habe sie es vermisst, neue Leute kennenzulernen. Während des Lockdowns sei dies fast unmöglich gewesen. Sie hatte sich online ein Ticket gekauft. "Die Restkarten sind schon alle weg. Ein Glück!", ruft sie.

"Die Cluböffnungen fangen viel Ärger auf"

Dass es am ersten Wochenende wenig Ärger gab, wundert David Süß nicht. Süß, der auch für die Grünen im Stadtrat sitzt, hat sich in den Wochenend-Nächten auch die Stimmung draußen angeschaut. Und beschreibt sie rund um die Sonnenstraße als "genial".

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Er ist überzeugt, dass sich die Polizei mit den offenen Clubs in Wochenend-Nächten leichter tut. "Das fängt viel auf", sagt er, "die Orte sind bekannt, Probleme ploppen nicht einfach plötzlich irgendwo auf, außerdem fangen die Türsteher viel auf".

Im Club darf es voll werden - nicht so in der Bar

Ganz zufrieden ist aber auch Süß noch nicht. Die Übergänge zwischen Bars und Clubs sind im Münchner Nachtleben schließlich oft fließend. "Die Regeln für die Bars sind aber noch völlig ungeklärt", findet Süß. "Das braucht klare Regeln von KVR und Freistaat."

Betreiber des "Harry Klein": David Süß.
Betreiber des "Harry Klein": David Süß. © Sven Hoppe/dpa

Dass im Club Gäste ohne Maske und Abstand tanzen dürfen und in der Bar daneben darf man nur am Tisch sitzen und es darf nicht voll werden - "das hat doch einfach keinen Sinn".

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