München startet Umbauagentur: 10.000 Wohnungen aus Büros in der Stadt möglich

Die neue städtische Umbauagentur soll managen, dass aus leerstehenden Büros 10.000 Wohnungen werden. Architekt Thomas Hobohm übernimmt die Leitung – und berichtet von vielen ersten Interessenten.
Irene Kleber |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1  Kommentar
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Thomas Hobohm (40), hier mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk, leitet die neue Umbauagentur.
Thomas Hobohm (40), hier mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk, leitet die neue Umbauagentur. © Daniel von Loeper

Ein Türschild hat sie noch nicht, die neue "Umbauagentur Büro zu Wohnen", die managen soll, dass in München leere Büros in Wohnungen verwandelt werden. Aber ein paar erste Mitarbeiter und drei Arbeitsräume gibt es schon. Die liegen auf dem Flur neben dem Chefbüro von Stadtbaurätin Elisabeth Merk im sechsten Stock des Hochhauses an der Blumenstraße, wo das Planungsreferat seinen Sitz hat.

Und die Umbauagentur hat nun einen Chef. Das Wunschprojekt von OB Dominik Krause (Grüne) soll Thomas Hobohm (40) in Gang bringen. Er ist Architekt, arbeitet seit 2017 im Planungsreferat und hatte zuletzt als Wohnungsbaumanager den Job, den Wohnungsbau zu optimieren und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Über eine Million Quadratmeter Büro-Leerstand

Schon das war keine leichte Aufgabe. Die jetzige könnte noch kniffliger werden. Rund zehn Prozent der Büros in München stehen leer, weil sich dort keine Gewerbemieter mehr finden. Mehr als eine Million Quadratmeter Leerstand ist das, und diese riesige Fläche könnte man in "mindestens 10.000 Wohnungen umbauen", hatte Krause noch im Wahlkampf im Februar gesagt. "Auch wenn das baurechtlich nicht ganz einfach ist."

Jetzt, wo der grüne OB im Amt ist, soll das Ziel zügig umgesetzt werden. Für Hobohm geht es also darum, nicht nur brauchbare leere Büroobjekte in der Stadt zu finden. Sondern auch auf die Eigentümerinnen und Eigentümer zuzugehen. Sie für einen Umbau zu Wohnungen zu begeistern, sie zu beraten, zu vernetzen und bei der Umsetzung zu begleiten.

Das Hochhaus in der Blumenstraße: Im sechsten Stock arbeitet die neue "Umbauagentur  Büro zu Wohnen".
Das Hochhaus in der Blumenstraße: Im sechsten Stock arbeitet die neue "Umbauagentur Büro zu Wohnen". © Referat für Stadtplanung/LHM

"Schätzungsweise 40 Anfragen auf dem Tisch"

Dass das gelingt, daran hat Thomas Hobohm keine großen Zweifel, wie er bei einem Pressetermin am Montag sagt. Gleich, nachdem OB Dominik Krause Anfang Juli auf der Videoplattform Instagram davon berichtet hat, dass seine Rathaus-Koalition eine Umbauagentur auf den Weg bringt, habe sich eine Vielzahl von Interessierten gemeldet.

"Wir haben schätzungsweise 40 Anfragen auf dem Tisch und beraten auch schon zu den ersten Gebäuden", sagt der neue Umbauagentur-Chef zur AZ. Und das, obwohl die zwölf neuen Vollzeitstellen, die die Umbauagentur bekommen soll, noch gar nicht besetzt sind. Man arbeite momentan mit wenigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die aus anderen Abteilungen zugeschaltet seien. Bis zum Herbst sollen fünf Stellen besetzt sein. "Wir brauchen Architekten, Juristen, aber auch Menschen aus der Immobilienwirtschaft", sagt Hobohm.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Viele Läden schon als Wohnungen genehmigt

Dass es einen Trend zur Umnutzung von Gewerberäumen zu Wohnräumen gibt, beobachte das Planungsreferat schon lange. Allein in den letzten zwei Jahren habe man in der ganzen Stadt "Hunderte Genehmigungen für Umnutzungen zu Wohnraum erteilt". Bislang betreffe das vor allem kleine Läden im Erdgeschoss von Wohnhäusern, die sich nicht mehr als Läden vermieten lassen.

"Wenn der alte Friseurladen nach 40 Jahren rausgeht oder der Buchladen zumacht, kann man relativ problemlos den Laden zu einer Wohnung umwidmen", heißt es aus der Lokalbaukommission.

Wohnung über einer Schreinerei? Kompliziert

"Komplizierter ist es, wenn ein Büro über einer Autowerkstatt oder einer Schreinerei zur Wohnung werden soll", sagt Thomas Hobohm, "produzierendes Gewerbe macht Lärm, dort lässt sich nicht lebenswert wohnen." Klären müsse man auch, ob ein Bürohaus so umgebaut werden kann, dass genug Licht in die Wohnungen fällt, ob sich Vorgaben zum Brandschutz erfüllen lassen und einiges mehr. "Wir wollen bei Objekten schnell klären, ob sie für eine Umnutzung infrage kommen, weil wir sehr schnell zu Ergebnissen und auch zum Umbau kommen wollen.“

Azubi-Apartments in Büros

Und wie groß sind die Chancen, dass dabei auch günstige Mietwohnungen wie Apartments für Studierende, Azubis oder Berufsanfänger entstehen? "Wir gehen davon aus, dass wir bezahlbares Wohnen oder Sonderformen mitverhandeln", sagt Elisabeth Merk. Das könnten etwa temporäre Pop-up-Konzepte sein, bei denen nach einer Weile die Gebäude auch wieder als Büros genutzt werden könnten. Ziel ist, dass noch in diesem Jahr fünf erste Pilotprojekte geklärt werden. Welche das sein werden, sei allerdings noch nicht klar.

Wer sich für einen Umbau seines Bürohauses zu Wohnungen interessiert, wendet sich an: plan.umbauagentur@muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • tutnixzursache vor 19 Minuten / Bewertung:

    „ soll Thomas Hobohm (40) in Gang bringen. Er ist Architekt, arbeitet seit 2017 im Planungsreferat und hatte zuletzt als Wohnungsbaumanager den Job, den Wohnungsbau zu optimieren und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“
    Sonderlich erfolgreich war er dabei ja nicht…

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.