2,3 Millionen Quadratmeter Leerstand: München gründet Agentur für Büroumbau

In München stehen mehr als zwei Millionen Quadratmeter Bürofläche leer. Mit einer neuen "Umbau-Agentur" will OB Dominik Krause daraus Wohnungen machen. Jetzt hat der Stadtrat darüber abgestimmt. Welche Kritik es gibt und was das Ganze kostet. 
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In München stehen mehr als zwei Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. OB Dominik Krause will daraus Wohnungen machen.
In München stehen mehr als zwei Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. OB Dominik Krause will daraus Wohnungen machen. © IMAGO/imageBROKER/Werner Bachmeier

"Bürofläche zu vermieten" – wahrscheinlich kennt fast jeder ein Gebäude in München, an dem ein solches Schild hängt. Denn fast zehn Prozent der Büros in München stehen leer. Das entspricht einer Fläche von 2,3 Millionen Quadratmetern – größer als der gesamte Bezirk Schwanthalerhöhe.

Im Wahlkampf hat OB Dominik Krause (Grüne) erkannt, dass sich viele Münchner darüber aufregen. Denn schließlich explodieren gleichzeitig die Wohnungs-Mieten. Er hat versprochen, die Umwandlung von leeren Büros zu Wohnraum voranzutreiben – und zwar mit einer neuen städtischen Agentur, die im Planungsreferat angesiedelt sein sollte.

Nun setzt das Rathaus dieses Wahlversprechen um: Am Mittwoch im Planungsausschuss hat der Stadtrat die Gründung einer solchen Umbauagentur beschlossen.

Diese Kritik kommt von CSU und Volt

Kritik kam von der CSU und von Volt. Zwar finden auch sie es richtig, das Thema anzugehen. Allerdings: Für die Agentur wird die Stadt zwölf neue Mitarbeiter einstellen und sechs Millionen Euro ausgeben. Trotz der Finanzkrise im Rathaus.

Volt-Stadträtin Alexandra Lang schilderte, dass im Mobilitätsreferat, wo sie früher selbst gearbeitet hatte, die Mitarbeiter "in Arbeit ersaufen" würden. Doch es gebe wegen der Haushaltslage einen Stellenbesetzungsstopp. Aus ihrer Sicht ist es nicht vermittelbar, dass nun für ein neues Projekt doch Mitarbeiter eingestellt würden. Ähnlich sieht das Sebastian Kriesel von der CSU. 900 Mitarbeiter würden schließlich bereits für das Planungsreferat arbeiten, sagte er.

Für OB Krause wiederum ist nicht verständlich, wie man einerseits fordern kann, die Umwandlungen schnell voranzutreiben, andererseits aber kein Personal und kein Geld dafür ausgeben will. "Es ist ein Herzensprojekt von mir, aber auch der Münchnerinnen und Münchner", sagte er.

Noch in diesem Jahr soll das Planungsreferat fünf konkrete Projekte angehen. Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) verriet: "Viel verspreche ich mir von Neuperlach." Dort würden bereits Untersuchungen laufen, der Leerstand sei dort relativ hoch.

ÖDP: "Sie gehen ein großes Risiko ein"

Lob bekam OB Krause auch aus der Opposition – von der Linken und der ÖDP. "Ich bewundere Ihren Mut", sagte ÖDP-Stadtrat Johann Sauerer. "Sie gehen ein großes Risiko ein."

Denn ob Krause mit diesem Vorstoß Erfolg haben wird, sei messbar. Gleichzeitig sei es eine "unglaubliche" Aufgabe. Denn schließlich müssten sich private Eigentümer beteiligen. Auch baurechtliche Hürden gebe es. "Doch wenn es funktioniert, ist das eine der größten Vorlagen der letzten Jahre", sagte er.

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