München: Stadtrat diskutiert über Räumung der Obdachlosenlager

Die Münchner Grünen kritisieren die bisherige Maßnahmen und fordern im Stadtrat eine Überarbeitung der Vorgehensweise.
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Dass man den Obdachlosen helfen muss, darüber herrscht im Münchner Stadtrat ausnahmsweise mal Einigkeit, nur wie genau das geschehen soll, darüber herrscht noch Redebedarf. So fordern die Grünen eine Überarbeitung der bisherigen Maßnahmen.

München - Einig sind sich alle im Stadtrat: Man will obdachlosen Menschen helfen. Nur wie und was der richtige Weg ist, darum wird gerungen. Das zeigte die Debatte über die Räumung des Obdachlosenlagers in der Unterführung unter der Kapuzinerstraße am Dienstag am Mittwoch im Stadtrat.

Sozialreferentin weist Kritik zurück

Die Grünen hatten das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung gebracht. Sie forderten, derartige Räumungen während der Kältewelle auszusetzen. Stadtrat Dominik Krause erklärte, diese hätten keinen Nutzen. Die Betroffenen hätten so nur den Eindruck, dass ihre Anliegen nicht gehört würden. Außerdem würden sie sich rechtzeitig andere Stellen zum Campieren suchen. Stattdessen solle sich die Stadt fragen, warum Leute lieber draußen schlafen, als in den Kälteschutz zu gehen. Von den Stadtratkollegen gab es dafür Widerspruch, der Vorschlag sei kontraproduktiv. Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) erklärte, weitere Konzepte seien in Arbeit. Die Kritik wies sie energisch zurück: Die Situationen in den Übernachtungslagern seien oft "erbärmlich".

Schiwy wertet Maßnahmen als Erfolg

"Wir führen vor jeder Räumung wochenlang Gespräche, auch mit Streetworkern, um für jeden Fall eine Lösung zu finden", sagte sie. Dass die Räumungen sehr wohl etwas nützen, habe sich gerade gezeigt: Nach der Auflösung des Lagers an der Reichenbachbrücke habe man 14 Personen überzeugen können, dauerhaft in Obdachloseneinrichtungen zu gehen. "Das werte ich schon als Erfolg", so Schiwy.

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