München: Kohleausstieg bis 2022 - Neuer Plan liegt vor

Münchens neuer Plan zum Kohleausstieg sieht vor, dass größere Heizkessel als Reserve für Fernwärme dienen. Die Stadtwerke sehen das kritisch.
| Emily Engels
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Die Bürgerinitiativen "Raus aus der Steinkohle" haben jetzt einen Vorschlag, mit dem ihr Ziel doch noch erreicht werden könnte. (Symbolbild)
dpa Die Bürgerinitiativen "Raus aus der Steinkohle" haben jetzt einen Vorschlag, mit dem ihr Ziel doch noch erreicht werden könnte. (Symbolbild)

München - Die Bürgerinitiativen (BI) "Raus aus der Steinkohle" München und Unterföhring lassen nicht nach. Und haben jetzt erstmals einen gemeinsamen Vorschlag, mit dem ihr Ziel, bis 2022 den Kohleblock des Heizkraftwerks (HKW) Nord abzuschalten, doch noch erreicht werden könnte.

Denn bisher konnte der Stadtrat den Forderungen des gleichnamigen Bürgerentscheids nicht nachkommen. Und das, obwohl 118.513 Münchner Ende 2017 den Bürgerentscheid unterschrieben hatten.

Bürgerinitiative glaubt: Abschaltung des Kohleblocks bis 2022 möglich

Das größte Problem an der Forderung: Die Bundesnetzagentur stuft das HKW Nord als systemrelevant ein. Es soll noch bis Ende 2024 als Reserve laufen, um bis dahin die Fernwärmeversorgung zu sichern. Bis dahin wollen die Stadtwerke die Wärmeerzeugung durch erneuerbare Energien solide aufbauen.

Doch jetzt haben Vertreter der BI ihre Idee präsentiert, mit der die Abschaltung des Kohleblocks (Block 2) doch bis 2022 gelingen könnte: Auf dem Gelände des HKW Nord könne das bestehende Heizwerk ertüchtigt und ein neues Heizwerk für Notfälle errichtet werden.

Auch die bereits bestehenden Reserve-Heizwerke im Stadtgebiet, etwa an der Theresienstraße, könnten ertüchtigt und mit größeren Heizkesseln ausgestattet werden. Dadurch sei die Wärmeversorgung auch nach Abschalten des Kohleblocks gewährleistet, glauben die BI-Vertreter.

Stadtwerke München kritisieren Vorschlag

Die Kosten für die Reserveheizkesselanlagen würden bei etwa 40 Millionen Euro liegen. Zum Vergleich: Ein Großkraftwerk kostet mit 500 Millionen Euro mehr als das Zehnfache.

Michael Schabl von der BI "Raus aus der Steinkohle": "Auch die Gemeinde Unterföhring steht unserem Vorschlag positiv gegenüber." Die Bürgerinitiativen fordern den neuen Stadtrat jetzt dazu auf, ihre Idee umzusetzen. Das als höchst wahrscheinlich geltende grün-rote Bündnis wolle sich während der Koalitionsverhandlungen jedoch nicht zu dem Thema äußern, heißt es auf AZ-Anfrage. Auch die CSU-Fraktion hält sich zurück.

Die SWM kritisieren derweil den Vorschlag. Ein Sprecher erklärt: "Der Block 2 im HKW Nord dient nicht nur der Absicherung der Fernwärmeversorgung bei tiefen Temperaturen." In dem Block werde neben Fernwärme auch ein Teil des ebenso dringend benötigten Stroms produziert. Bis zur Fertigstellung der Stromtrassen aus dem Norden gehe man davon aus, dass dem Block 2 weiterhin Systemrelevanz bescheinigt werde.

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Lesen Sie hier: Vogelschutz an der Isar - Landkreis ermahnt die Münchner

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