Vogelschutz an der Isar: Landkreis ermahnt die Münchner

Seit 15. März sind viele Kiesflächen am Ufer entlang gesperrt. Hier brüten seltene Vögel. Doch offenbar werden die Sperren oft ignoriert.
| Hüseyin Ince
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Vom Flussuferläufer gibt es in Bayern nur noch 150 Brutpaare.
imago images / McPHOTO Vom Flussuferläufer gibt es in Bayern nur noch 150 Brutpaare.

München - Derzeit drängt vor allem die Münchner Stadtbevölkerung in die Isarauen, um der Corona-Melancholie zu entfliehen. Erholung zwischen Fluss und Wald ist das Motto, dort, wo oft seltene Vögel Oberbayerns brüten.

"Mit den Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Coronakrise", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts, sei "das Bedürfnis sich in der Natur frei zu bewegen deutlich gewachsen". Das Landratsamt ruft nun dringend dazu auf, die geschützten Brutstätten der Vögel zu respektieren. Sie beginnen schon kurz nach den Stadtgrenzen im Süden.

Spaziergänger und Sportler ignorieren oft die Sperren

Noch bis mindestens 10. August sind zwischen Georgenstein und Straßlach-Dingharting Kiesflächen entlang der Isar total gesperrt – wie jedes Jahr, in der Regel mit Schildern und Seilen. Doch Spaziergänger und Sportler ignorieren oft die Sperren.

Das Landratsamt versucht nun, alle Isargäste für das Thema zu sensibilisieren. "Das Isartal ist ein äußerst wertvoller Lebensraum (...), den wir unbedingt schützen müssen", sagt Landrat Christoph Göbel (CSU), "gerade seltene Vogelarten suchen auf den Kiesbänken in dieser Zeit nach geeigneten Brutplätzen."

Vom Flussuferläufer gibt es in Bayern nur noch 150 Brutpaare.
Vom Flussuferläufer gibt es in Bayern nur noch 150 Brutpaare. © imago images / McPHOTO

Im Einzelfall kann ein Bußgeld fällig werden

Spaziergänger und Sportler seien in der Regel sehr einsichtig, doch "sollte sich ein Bürger wiederholt uneinsichtig zeigen, können im Einzelfall auch Bußgelder fällig werden." Wie hoch, diese Bußgelder sind, ist unklar. Doch Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde seien jetzt angewiesen, regelmäßig die abgesperrten Brutstätten zu kontrollieren. Vor allem sogenannte Flussregenpfeifer und Flussuferläufer suchen hier Schutz, um sich zu vermehren.

Nur 150 Brutpaare des Flussuferläufers und 1.000 Brutpaare des Flussregenpfeifers zählt man noch in Bayern. Beide Arten sind vom Aussterben bedroht. Besonders gefährlich: Die Eier des Flussregenpfeifers sind gefleckt und kaum vom Kies zu unterscheiden. Man zerstört sie womöglich versehentlich.

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