Mozartstraße 4: Architekt vereinfacht Entwurf von umstrittenem Bürohaus

Weil es der Kommission für Stadtgestaltung nicht gefiel: Architekt vereinfacht die Fassade für das umstrittene Bürohaus an der Wiesn.
| Eva von Steinburg
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So sollte der Neubau in der Mozartstraße 4 zunächst aussehen.
So sollte der Neubau in der Mozartstraße 4 zunächst aussehen. © Oliv Architekten

München - Die Dachform: Sie ist ungleichmäßig. Schwebende Erker führen zu einem "überladenen Fassadenbild" - mit solchen Vorwürfen wurde der erste Entwurf für ein neues Bürohaus in der Mozartstraße 4 kritisiert  (AZ berichtete).

Die Kommission für Stadtgestaltung, mit Architekten und Experten vom Landesamt für Denkmalpflege, hatte im Dezember 2020 Architekt Igor Brncic (47) und Bauherr Georg Randlkofer, Miteigentümer von Dallmayr, eine Überarbeitung des Hauses empfohlen.

Zahl der Stilelemente waren der Kommission zu vielfältig

Die Gründe: Die Zahl der Stilelemente am Gebäude wäre zu vielfältig. Der Baukörper wirke "zerklüftet", die Fassade wirke historisierend und passe nicht zu der nahen Post am Goetheplatz, einem Bauhaus-Denkmal, und dem Kino.

Am Dienstag haben Oliv Architekten die vereinfachte Fassade für die Mozartstraße 4 vorgestellt: Diesmal fand das Haus Anklang.

Der Architekt hat die Fassade vereinfacht. Die Form des Mansardendachs wird auf das Wesentliche reduziert. Auf schwebende Erker an der Seite zur Haydnstraße wird verzichtet. Angehängte Balkone entfallen. Auf eine Tiefgarageneinfahrt neben dem Gebäude in der Mozartstraße wird verzichtet. Die Lokalbaukommission forderte an dieser Stelle einen Autoaufzug, damit das Grundstück weniger versiegelt wird.

Hostel und Lokal: Der gelbe Bau in der Mozartstraße wird abgerissen
Hostel und Lokal: Der gelbe Bau in der Mozartstraße wird abgerissen © Oliv Architekten

Heimatpfleger Bernhard Landbrecht, Mitglied der Kommission für Stadtgestaltung, begrüßte den neuen Entwurf: "Es wurden elementare Verbesserungen erreicht." Christoph Sattler von der Akademie der Schönen Künste kommentiert den abgespeckten, zweiten Entwurf so: "Ich finde es so, wie es sich verändert hat, richtig. Das Zurücknehmen der horizontalen Gesimse. Das Abspecken einer architektonischen Haltung, die einen retrospektivischen Ansatz hat."

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Zu dem Gebäude gab es aber auch Gegenmeinungen: Bei der Sitzung am Dienstag, als öffentlichen Online-Veranstaltung abgehalten, gab eine Mitdiskutantin schriftlich zu bedenken: "Muss sich ein Gebäude zwangsweise an einem einzelnen Bauhaus-Denkmal orientieren, wenn Dutzende Denkmäler aus dem 19. Jahrhundert in der Umgebung stehen?" Architekt Igor Brncic äußert sich versöhnlich: "So ist das in der Planungswelt. Der neue Entwurf ist ein Konsens, der alle Interessen erfüllt." Und ergänzt: "Speziell in München wird sehr viel reglementiert. Alles wird runtergeschliffen. Ich finde, es fehlt an Entschlossenheit und Mut."


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