Mord an Dominik Brunner: Verurteilter erneut vor Gericht

Der 29-Jährige hat seine Strafe abgesessen, soll aber nun gegen Weisungen verstoßen haben. Prozess am Donnerstag?
| John Schneider
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Schild mit der Aufschrift "Dominik Brunner, gestorben am 12. September 2009" am Bahnsteig in Solln.
Schild mit der Aufschrift "Dominik Brunner, gestorben am 12. September 2009" am Bahnsteig in Solln. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

München - Eine Gedenktafel am S-Bahnhof in Solln erinnert an Dominik Brunner. An den Mann, der vor gut elf Jahren aufgrund seines mutigen Einschreitens von zwei jungen Männern zu Tode geprügelt wurde.

Die Haftstrafe für den Mord an dem Manager am S-Bahnhof hat ein inzwischen 29 Jahre alter Mann aus München zwar abgesessen – trotzdem steht er nun erneut vor Gericht.

Mordfall Dominik Brunner: Verurteilter hat gegen Auflagen verstoßen

Er habe gegen die Auflagen seiner Führungsaufsicht verstoßen und Kokain konsumiert, teilt das Amtsgericht München am Dienstag mit. Der Prozess soll am Donnerstag starten. Das hatte zuvor der "Münchner Merkur" berichtet. Doch möglicherweise muss der Termin nochmal verschoben werden, berichtet der Sprecher des Amtsgerichts, Klaus-Peter Jüngst, im AZ-Gespräch.

Der 29-Jährige sei im Sommer des vergangenen Jahres bei zwei Gelegenheiten positiv auf Kokain getestet worden. Dafür drohen ihm jetzt bis zu drei Jahre Haft, sagt Jüngst.

Außerdem könnten fünf weitere Monate Haft dazu kommen. Der 29-Jährige war nämlich zuvor wegen eines weiteren Verstoßes gegen die Führungsaufsicht, dem Konsum von Alkohol, zu fünf Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Diese Bewährung könnte nun ausgesetzt werden.

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Dominik Brunner starb 2009 nach Tritten und Schlägen

Dominik Brunner war laut Urteil am 12. September 2009 von dem damals 18-Jährigen und dessen 17-jährigem Begleiter so heftig getreten und verprügelt worden, dass er später im Krankenhaus starb. Der 18-Jährige wurde 2010 vom Landgericht München I wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Jugendstrafe verurteilt. Seine Revision war erfolglos. Seit Mai 2019 ist er wieder auf freiem Fuß. Der zweite Täter bekam sieben Jahre wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge.

Nach Auffassung des Gerichts hatten sich die jungen Männer an dem 50-Jährigen rächen wollen. Der Geschäftsmann hatte beobachtet, wie sie an der Donnersbergerbrücke eine Gruppe jüngerer Schüler bedrängt und von ihnen Geld verlangt hatten. Brunner rief daraufhin aus der S-Bahn die Polizei.

In Solln stieg er mit den Schülern aus und stellte sich vor sie. Die jungen Männer aber schlugen und traten auf ihn ein, Brunner starb später im Krankenhaus.

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