Mit dem Rad nach Baku: "Dagegen wirkt selbst München sehr dörflich"

Peter Harnisch ist bis nach Baku geradelt. Er hat viel erlebt - auch einige Überraschungen.
| Ruth Schormann
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Das Dorf Mestia mit schneebedeckten Bergen des Kaukasus. Die Landschaft Georgiens hat Harnisch sehr beeindruckt.
Das Dorf Mestia mit schneebedeckten Bergen des Kaukasus. Die Landschaft Georgiens hat Harnisch sehr beeindruckt. © Peter Harnisch

München/Baku - Nach über sieben Wochen, knapp 5.000 geradelten Kilometern und 20.000 überwundenen Höhenmetern ist Peter Harnisch "wohlbehalten, glücklich und sehr dankbar in Baku angekommen", wie er der AZ kürzlich mitteilte.

Mit dem Radl von München nach Baku

Der Münchner war Ende August zu seiner Riesen-Radltour entlang der Donau bis nach Aserbaidschan aufgebrochen (AZ berichtete). Wie ist es ihm ergangen? War das Reisen trotz Corona uneingeschränkt und problemlos möglich? Es gab dann doch trotz akribischer Vorbereitung der Tour "pandemiebedingte Überraschungen und Herausforderungen", erzählt der 62-jährige Münchner der AZ.

Zunächst bangte er um das eVisum für Aserbaidschan, das er aber dann doch sogar noch vor der Abreise erhielt. Doch dann kam es zu einem Problem, das nirgends im Internet geschildert wurde: "Ich konnte nicht von Rumänien auf der Fähre über die Donau nach Bulgarien - von EU-Land nach EU-Land", so Harnisch.

Er nimmt die kleine Fähre, kommt auf der anderen Uferseite an - doch sie lassen ihn nicht rein. Der Grund? "Es ist der einzige Grenzübergang, wo es kein Lesegerät für den digitalen Impfausweis und auch keinen Arzt, der wohl für die Überprüfung nötig gewesen wäre, gibt."

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Der Radler musste letztendlich einen Umweg von 70 Kilometern erstrampeln, um über den nächsten Brückenübergang nach Bulgarien zu fahren. "Das war sehr unangenehm und kräftezehrend." Auch die Einreise auf dem Landweg nach Aserbaidschan ist nach wie vor nicht erlaubt, der Münchner packte also kurzerhand sein Radl in einen Flieger von Tiflis nach Baku.

Dennoch ist der Mitarbeiter der Max-Planck-Gesellschaft völlig überwältigt von all seinen Eindrücken, insbesondere von Aserbaidschans Hauptstadt Baku: "Das ist eine faszinierende Metropole mit moderner, großartiger Architektur und voller Leben. Dagegen wirkt selbst München sehr dörflich. Baku hat mich fast umgehauen, wie das vibriert und was da los ist. Es ist zugleich auch - nach außen hin - sehr gepflegt und sauber. Und noch sehr authentisch."

Endlich am Ziel: Peter Harnisch bei der Ankunft in der Metropole Baku auf der Meerespromenade mit den drei Flame Towers im Hintergrund.
Endlich am Ziel: Peter Harnisch bei der Ankunft in der Metropole Baku auf der Meerespromenade mit den drei Flame Towers im Hintergrund. © Peter Harnisch

Alle zwei Jahre macht Harnisch solche Rad-Reisen, die alle immer entlang der Donau beginnen. Gibt es schon Pläne für 2023? "Vage", sagt der 62-Jährige, "vielleicht geht es doch noch mal nach Iran und dann mit der Fähre über den Persischen Golf kurz nach Dubai oder Oman." Die Ideen gehen dem Radl-Fan also nicht aus.

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