Ausgeschlafene Touren rund um München

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Bereits von der Ackneralm schweift der Blick über das Thierseer Tal rüber zum Zahmen und Wilden Kaiser.
Bereits von der Ackneralm schweift der Blick über das Thierseer Tal rüber zum Zahmen und Wilden Kaiser. © Lisa und Wilfried Bahnmüller

München - Die Tage werden spürbar kürzer, wer also die ganz großen Gipfel erklimmen will, muss zeitig aus den Federn. Aber will man das auch immer? Ach, muss nicht sein!

Vor allem, weil es auch wunderbare Halbtagestouren gibt, wie das abwechslungsreiche Tourenbuch "100 Bergtouren für Langschläfer - Bayerisches Voralpenland" von Lisa und Winfried Bahnmüller beweist (J. Berg, 20 Euro).

"100 Bergtouren für Langschläfer - Bayerisches Voralpenland" von Lisa und Winfried Bahnmüller
"100 Bergtouren für Langschläfer - Bayerisches Voralpenland" von Lisa und Winfried Bahnmüller © Bruckmann Verlag

Auch in weniger als vier Stunden Gehzeit kann man zu Aussichtskanzeln aufsteigen, urige Almen entdecken und den Blick über schöne Panoramen schweifen lassen.

Drei der Touren dürfen wir Ihnen hier vorstellen - passend zu dem kleinen guten Wetterfenster, das uns dieses Wochenende beschert wird.

Eine schöne Zeit in den Bergen wünscht Ihnen Ihre AZ!

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Auf das Feichteck: Idyllisches Fleckchen im Chiemgau

Ausgangspunkt: Waldparkplatz Gammern
Strecke: 9 km
Dauer: 3.30 Stunden
Höhenmeter: 700
Anspruch: mittel

Geschafft! Unterm Gipfelkreuz am einsamen Berg.
Geschafft! Unterm Gipfelkreuz am einsamen Berg. © Lisa und Wilfried Bahnmüller

Wir beginnen unsere Wanderung am hinteren Ende des Parkplatzes und wandern auf dem ruhigen Almweg Richtung Feichteck/Wagneralm. Bis zur privaten Stieglalm geht es nun schon aufwärts. Hier verzweigt sich der Weg. Wir gehen nach links zur nächsten Weggabelung und wählen dann geradeaus den mittleren, kleineren Bergpfad.

Durch den Wald und über eine Almwiese stehen wir bald auf der Terrasse der Wagneralm. Von hier haben wir einen schönen Blick auf den Heuberg und das Inntal vor Rosenheim mit Raubling und Bad Aibling. An klaren Tagen kann man mit bloßem Auge den Olympiaturm ausmachen. Hinter der Alm führt uns der breite Weg nur noch kurz weiter.

Wir biegen nach wenigen Metern links (Schild "Feichteck") in den schmalen und vor allem steilen Wiesenpfad. Zum Glück kommen wir nach der sonnigen Almwiese gleich in den schattigen Wald. Sobald wir den Spitzstein vor uns sehen, haben wir das steilste Stück hinter uns.

Jetzt wandern wir links am Rand der Wiesen der Feichteckalmen entlang, die jedoch erst später vor unseren Augen auftauchen. Nun geht es am Grat die letzten Meter entlang zu einem letzten steilen Aufstieg und gleich darauf stehen wir auf 1.514 Metern unter dem Gipfelkreuz des Feichtecks.

Tour 1: Auf das Feichteck
Tour 1: Auf das Feichteck © Bruckmann Verlag/Heidi Schmalfuß

Der Rückweg führt auf der anderen Seite des Berges hinunter zum Pölcheralmsattel, wo wir für ein kurzes Stück der Almstraße nach links folgen. Nach dem Viehgatter geht es links abwärts auf dem teilweise betonierten alten Almweg.

In einer großen Linkskurve verlassen wir die Straße nach rechts und folgen dem Schild "Doagl/Spatenau" auf einem Fußweg. Nur 100 Meter später stoßen wir erneut auf einen Almweg, auf dem wir diesmal rechts weiterwandern. Ein großer Rechtsbogen bringt uns zu einem schönen Feldkreuz, dort steigen wir direkt zur Doaglalm hinab. Hier kann man gemütlich einkehren und ausgiebig Brotzeit machen.

Der Rückweg führt von der Doaglalm zunächst Richtung Norden weiter und dann auf der Fahrstraße talwärts. Die große Schleife lässt sich aber auch abkürzen.

Dann erreichen wir die Fahrstraße am Parkplatz Spatenau. Auf ihr wandern wir nach links Richtung Duftbräu und biegen dann links ein, um auf der kleineren Fahrstraße zu unserem Parkplatz zurückzukehren.

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Auf den Rötelstein: Den Blick ins Blaue Land schweifen lassen

Ausgangspunkt: Freilichtmuseum Glentleiten
Strecke: 11 km
Dauer: 4 Stunden
Höhenmeter: 600
Anspruch: mittel

Der Blick ins Blaue Land.
Der Blick ins Blaue Land. © Sophie Anfang

Vom Parkplatz an der Glentleiten folgen wir der Straße bergaufwärts bis zur Kreuthalm. An der Holzscheune entdecken wir bereits das erste Hinweisschild für den Rötelstein, wobei die Angabe mit 1,5 Stunden Aufstieg nicht ganz stimmt. Zwei Stunden für den Aufstieg sollte man schon einkalkulieren und sich im weiteren Wegverlauf nicht von den etwas widersprüchlichen Zeitangaben der Wanderschilder irritieren lassen.

Jetzt geht es geradeaus in einen lichten Mischwald hinein. Anfangs ist der Weg noch sehr gemütlich, bei dem flachen Auf und Ab merkt man kaum, dass wir mit der Zeit doch etwas an Höhe gewinnen. Wir lassen alle Abzweigungen unbeachtet und folgen stur den Schildern "Rötelstein" bzw. "Heimgarten".

Bald begleitet uns ein Bergbächlein und wir passieren immer noch sehr gemütlich eine kleine Lichtung. Kurz darauf weist uns das Wanderschild nach links auf einen kleineren Weg, der ebenfalls zum Rötelstein ausgeschildert ist. Jetzt gewinnen wir sehr schnell deutlich an Höhe.

Unser Weg entpuppt sich als ziemlich steiniger Karrenweg, der zwar immer noch ein gemütliches Nebeneinanderhergehen erlaubt, trotzdem erfordert er einige Aufmerksamkeit, wobei das später vor allem für den Rückweg zutreffen wird.

Tour 2: Auf den Rötelstein
Tour 2: Auf den Rötelstein © Bruckmann Verlag/Heidi Schmalfuß

Nach einem ersten Aufschwung lichten sich die Bäume und erlauben erste Aussichten auf Murnau und auf den Kochelsee und wir erhaschen schon einen Blick auf den Felsblock des Rötelsteins. Von dieser Seite wirkt er fast unbezwingbar. Unser Weg führt nun erst einmal wieder deutlich gemütlicher zu einer breiteren Forststraße, der wir aber gleich steiler bergauf nach links folgen. So erreichen wir die Südseite des Rötelsteins.

Hier zweigt links der Weg auf den Rötelstein ab, der sich nach ein paar Schritten gabelt. Wir halten uns rechts, gleich darauf geht es links auf einen Pfad, der uns über viele Wurzeln aufwärts zu einem kleinen Sattel bringt. Schon hier haben wir den ersten Vorgeschmack, was für eine Aussicht uns am Gipfel erwartet. Jetzt müssen wir nur noch rechts dem steilen Bergpfad kurz aufwärts folgen. Etwas Trittsicherheit ist nötig. Auch wenn man nicht wirklich klettern muss, so geben unsere Hände sicheren Halt und helfen über größere Steine.

Dann ist es geschafft und wenige Minuten später ist das Gipfelglück perfekt: ein modernes Kreuz, eine kleine Bank und eine fantastische Aussicht, was wollen wir mehr?

Nur nach Süden versperrt uns der Heimgarten mit seinem Felsgrat rüber zum Herzogstand die freie Sicht. Im Norden schauen wir über das Voralpenland mit seinen vielen wunderbaren Seen.

Wer möchte, kehrt auf dem Anstiegsweg zurück. Als Alternative führt eine breite Forststraße ebenfalls zurück.

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Auf das Hintere Sonnwendjoch: Murmeltiere, Gämsen und Gletscherblick

Ausgangspunkt: Parkplatz der Ackernalm (Tirol)
Strecke: 9 km
Dauer: 3 Stunden
Höhenmeter: 650
Anspruch: einfach

Bereits von der Ackneralm schweift der Blick über das Thierseer Tal rüber zum Zahmen und Wilden Kaiser.
Bereits von der Ackneralm schweift der Blick über das Thierseer Tal rüber zum Zahmen und Wilden Kaiser. © Lisa und Wilfried Bahnmüller

Wir starten an der Ackernalm und steigen auf dem geteerten Sträßchen bergauf, das an der Käserei, einigen Almen und an einer netten Wegkapelle vorbeiführt. Nach gut 20 Minuten erreichen wird die Steinkareralm. Die Abzweigung rechts zum Sonnwendjoch lassen wir noch unbeachtet, hierher kommen wir erst auf dem Rückweg.

Weiter geht es auf der Almstraße und bald sehen wir die zwei Bärenbadalmen. Endlich weist uns, ca. 200 Meter vor den Almen, ein Weg nach rechts auf einen richtigen Bergpfad. Nun ist das Sonnwendjoch wieder ausgeschildert. Die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn nach wenigen gewonnenen Höhenmetern stoßen wir auf einen neuen Almweg. Zumindest ist er nicht geteert. All diesen weniger verlockenden Wanderbodenbelägen zum Trotz sei hier einmal gesagt, dass wir wirklich so viel zu schauen haben, dass die Tour nicht vermasselt wird.

Auf besagte Almstraße biegen wir rechts ein und folgen ihr zur Abwechslung in östlicher Blickrichtung. Kurz darauf ist das Ende der Fahrstraße erreicht, und nun geht es richtig aufwärts.

Tour 3: Auf das Hintere Sonnwendjoch
Tour 3: Auf das Hintere Sonnwendjoch © Bruckmann Verlag/Heidi Schmalfuß

Zwischen den Felsbrocken können wir einige Murmeltiere entdecken, die dankenswerterweise durch laute Pfiffe auf sich aufmerksam machen. Bald ist das Gipfelkreuz zu sehen, auch wenn sich unser Pulsschlag bis dorthin noch in die Höhe schraubt. Immerhin sind wir bereits auf knapp 2.000 Meter Höhe, und die hohen Stufen am Weg tun ihr Übriges.

Dann haben wir es geschafft. Am Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs genießen wir einen wirklich sensationellen 360-Grad-Blick. Von München und dem Wendelstein angefangen reicht das Panorama über die Tegernseer und Schlierseer Berge. Vom Guffert, dem Rofan und dem dahinter liegenden Karwendel geht es zu den Stubaier und Zillertaler Alpen über. Im Süden ist der Horizont von den Gletschern der Hohen Tauern mit dem Großglockner und Großvenediger begrenzt. Die Spitze des Kitzsteinhorns ist ein markanter Punkt, und auch der Zahme und der Wilde Kaiser sind schnell gefunden. Bei diesem Gipfelreigen ist uns die Gamsherde, die sich nur gut 150 Meter von uns entfernt am Hang bewegt hat, erst gar nicht aufgefallen. Wir hoffen, Sie haben das gleiche Glück!

Für den Abstieg geht es erst ca. 50 Höhenmeter auf dem Hinweg abwärts. Am ersten Wanderschild, auf das wir jetzt treffen, halten wir uns nun geradeaus, dem Schild zur Frommalm folgend. Vorbei am steilen Einschnitt des Burgsteins finden wir geradeaus einen Durchstieg durch eine Scharte des Burgsteins und erreichen nach ein paar Latschen wieder eine breite Almstraße. Nun gehen wir rechts, nicht zu den Frommalmen, und können nach einem Viehgatter noch einmal links auf einen kleinen Bergpfad ausweichen. Dann treffen wir an der Steinkaseralm wieder auf den bekannten Hinweg, dem wir links zurück zum Parkplatz folgen.

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Bergwetter: Das sagt der Alpenverein

Das Wochenende verspricht für Wanderer schönes Herbstwetter. Wie der Alpenverein in seinem Bergwetterreport (Bayerische Alpen West) für den Samstag schreibt: "Es wird wahrscheinlich auf den Bergen von Beginn an strahlend sonnig sein. Der Ostwind ist weiterhin spürbar."

In den östlichen Bayerischen Alpen, zu denen auch die Region Tegernsee und der Chiemgau gehören, sind die Wetteraussichten ebenso strahlend. So gibt es laut Alpenverein am Samstag "gutes Wanderwetter. In den Tälern kann es bis in den Vormittag hinein aber noch Hochnebelfelder geben."

Die Temperaturen liegen in 1.500 m zwischen 2 und 7 Grad. Am Sonntag ziehen in den Bayerischen Alpen mehr Wolken durch. Außerdem sollte man sich eine Jacke mitnehmen. Denn in Kammlagen macht es der aufkommende Nordwind schon etwas frisch.

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