Meier-Affäre: Sozialreferentin nicht mehr zu retten

Die Verschiebung der Referenten-Wahl im Münchner Stadtrat schlägt hohe Wellen. Der AZ-Rathaus-Reporter Florian Zick über die Affäre Meier.
| Florian Zick
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Momentan schwer unter Beschuss: Münchens Sozialreferentin Brigitte Meier.
imago/AZ Momentan schwer unter Beschuss: Münchens Sozialreferentin Brigitte Meier.

München - Als Sozialreferentin ist Brigitte Meier (SPD) für die Armen und Schwachen in der Stadt zuständig. Jetzt hätte sie mal selbst Hilfe gebraucht – doch die Genossen in der Stadtregierung verweigern ihr die Rettung.

Natürlich ist Meier nicht schuldlos an dem Schlamassel. Wenn in ihrem Haus unzählige Anträge liegen bleiben und der Stadt dadurch womöglich ein Millionenschaden entsteht, ist das schließlich keine Lappalie. Zwangsläufig entsteht da der Eindruck, Meier habe ihren Laden nicht im Griff. Auf öffentliche Rückendeckung seitens ihrer Partei musste Meier in der Sache bislang aber weitgehend verzichten.

 

Das Ansehen hat schwer gelitten

 

Zwar hat die Große Koalition nun die Wahl der Referenten vertagt – nicht nur die von Meier, sondern gleich die von allen sechs. Das soll der 51-Jährigen ermöglichen, das Gesicht zu wahren. Tatsächlich aber ist die Sozialreferentin durch die Vorgänge schwer beschädigt, ihr Ansehen hat in der aktuellen Affäre arg gelitten. Kaum vorstellbar, dass sie, sollte sie in vier Wochen tatsächlich wiedergewählt werden, noch unbelastet ihrer Arbeit nachgehen kann. Bei jeder größeren Aufgabe, die das Sozialreferat übernehmen muss, würde es heißen: Vorsicht, da schwingt die Meier das Zepter, hoffentlich geht dieses Mal nichts schief.

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Zwar hat die CSU angekündigt, Meier weiter mitzutragen, sollte sie die Vorwürfe restlos ausräumen können. Doch unter den gegebenen Umständen ist sie nicht mehr zu retten. Meier sollte sich deshalb von sich aus überlegen, ob sie auf das Amt überhaupt noch wert legt. Ein Neustart an anderer Stelle scheint aktuell die bessere Wahl.

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