Mega-Prozess in München: Tausende Spediteure verklagen Lkw-Kartell

Weil sie über Jahre hinweg Preise abgesprochen haben sollen, werden die großen Lastwagenfahrer von tausenden Spediteuren verklagt.
| dpa/AZ
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Die großen Lastwagenbauer sollen jahrelang Preise abgesprochen haben - nun müssen Sie sich vor dem Landgericht verantworten. (Symbolbild)
Patrick Pleul/zb/dpa Die großen Lastwagenbauer sollen jahrelang Preise abgesprochen haben - nun müssen Sie sich vor dem Landgericht verantworten. (Symbolbild)

Weil sie über Jahre hinweg Preise abgesprochen haben sollen, werden die großen Lastwagenfahrer von tausenden Spediteuren verklagt. Am Donnerstag war der Prozessauftakt am Landgericht München.

München - Der größte Schadenersatzprozess gegen ein Lastwagenhersteller-Kartell hat am Donnerstag vor dem Landgericht München begonnen. Die großen europäischen Lkw-Produzenten hatten jahrelang Preise abgesprochen und deshalb von der EU-Kommision bereits rund vier Milliarden Euro Bußgeld auferlegt bekommen.

Jetzt fordern auch die Lkw-Käufer Schadenersatz. Mehr als 110 Klagen sind inzwischen beim Münchner Landgericht eingegangen - über die mit Abstand umfangreichste wird nun verhandelt. 3200 Spediteure fordern für 84 000 angeblich überteuerte Lastwagen 867 Millionen Euro zurück, einschließlich Zinsen.

Lastwagenhersteller: Klage überhaupt zulässig?

Die beklagten Lastwagenhersteller MAN, Daimler, DAF, Volvo/Renault und Iveco bestreiten, dass ihr Kartell zu Preisaufschlägen geführt habe. Und sie stellten auch in Frage, ob die Klage überhaupt zulässig sei.

Denn die Spediteure haben ihre Ansprüche auf Initiative des Bundesverbandes Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) an den Prozessdienstleister Financialright claims abgetreten. Im Prozess ist Financialright der einzige Kläger und kassiert im Erfolgsfall rund 30 Prozent der Entschädigungssumme.

Die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz erklärte, die Kammer werde die Fragen rund um die "Bündelung nach Art einer Sammelklage" bei dem Inkassounternehmen genau prüfen. Es gebe noch keine Gerichtsentscheidung, die den vorliegenden Fall genau treffe. Das gelte auch für den Fall des gerade beim Bundesgerichtshof verhandelten Fall eines Mietrechts-Dienstleisters.

Financialright argumentierte, erst die Bündelung ermögliche es kleinen Firmen, ohne großen Aufwand und Kostenrisiko zu klagen.

Lesen Sie auch: Schwarzarbeit-Prozess startet ohne Anklage

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren