München: Schwarzarbeit-Prozess startet ohne Angeklagte

Scheinselbstständige Bauarbeiter: Der Schaden geht in die Hunderttausende.
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Verteidiger und Angeklagter.
Daniel von Loeper Verteidiger und Angeklagter.

München - "Hat jemand einen Zeugen gesehen?" Die Frage der Vorsitzenden Richterin Jutta Zeilinger klingt fast schon ein wenig resigniert. Das Landgericht will einen Fall von groß angelegter Schwarzarbeit mit scheinselbstständigen bulgarischen Bauarbeitern aufarbeiten. Doch der Flur vor dem Gerichtssaal ist leer.

Aber nicht nur Zeugen fehlen, auch zwei Angeklagte sind nicht da. Das Ehepaar soll sich unter anderem des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt schuldig gemacht haben.

Beide lassen sich am Mittwoch entschuldigen. Dem 64-jährigen Mann gehe es gesundheitlich nicht gut. Seine Frau (58) will bei ihm bleiben. Der Richterin bleibt gestern nichts übrig, als das Verfahren gegen die beiden abzutrennen.

Baufirma soll Schwarzabeiter rekrutiert haben

Doch dagegen wehrt sich wiederum der Anwalt des einzig verbliebenen Angeklagten Peter T. (54, Name geändert). Verteidiger Sascha Petzold fordert, das Verfahren auszusetzen, weil die Vorwürfe so eng miteinander verzahnt sind, dass sie auch zusammen verhandelt werden sollten.

Es geht um eine Baufirma mit Hauptniederlassung in Palma de Mallorca und Zweitniederlassung in München. Die Firma soll laut Anklage osteuropäische Bauarbeiter rekrutiert haben. Zum Schein wurde angegeben, dass die Männer als selbstständige Unternehmer arbeiteten. Der Krankenkasse entstand so ein Schaden, der in die Hunderttausende geht. Der mutmaßliche Mittäter Peter T. will gestern nichts zur Sache sagen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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