Landtag fast einmütig für Olympia – Grüne dagegen

Mit Ausnahme der Grünen steht der Landtag einmütig hinter der Münchner Olympia-Bewerbung 2018. Bei der ersten Lesung des Olympia-Gesetzes am Donnerstag im Landtag befürworteten nicht nur CSU und FDP, sondern auch SPD und Freie Wähler die Bewerbung für die Winterspiele 2018.
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MÜNCHEN - Mit Ausnahme der Grünen steht der Landtag einmütig hinter der Münchner Olympia-Bewerbung 2018. Bei der ersten Lesung des Olympia-Gesetzes am Donnerstag im Landtag befürworteten nicht nur CSU und FDP, sondern auch SPD und Freie Wähler die Bewerbung für die Winterspiele 2018.

Olympia 2018 wäre für Bayern „eine große Chance“, sagte Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU). „Das ist ein großer Tag für uns“, betonte die Münchner SPD-Abgeordnete Diana Stachowitz. Die Spiele würden voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro privater Investitionen nach sich ziehen.   

Auch die Freien Wähler sind vom olympischen Geist beflügelt: „Ich finde es unvorstellbar gut und schön, wenn die olympischen Winterspiele nach Bayern kommen“, sagte der FW-Abgeordnete Florian Streibl, Sohn des früheren Ministerpräsidenten Max Streibl (CSU).

Nach den bisherigen Berechnungen würden Olympische Winterspiele den Freistaat und die Landeshauptstadt jeweils etwa 200 Millionen Euro kosten. Insgesamt müsse die öffentliche Hand – das sind im wesentlichen der Bund, das Land Bayern und die Stadt München – etwa 1,35 bis 1,84 Milliarden Euro ausgeben, wie aus der Mitteilung der Staatskanzlei hervorgeht. Davon mitfinanziert würden unter anderem neue Straßen, die Modernisierung der Bahnstrecke von München nach Garmisch und zwei neue Sporthallen in München.

Die Mehrheit im Landtag sieht vor allem die Chancen: „Was hat die Fußball-WM 2006 für ein positives Bild in die Welt gebracht“, sagte Streibl. Die Landtags-Grünen dagegen mahnten zu größter Vorsicht: Bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen in Vancouver habe es massive Kostensteigerungen gegeben, sagte der Grünen-Finanzexperte Eike Hallitzky der Nachrichtenagentur dpa. „Die Stadt hat mit dem Olympischen Dorf fast eine Milliarde kanadische Dollar Verlust gemacht“, ergänzte Hallitzky – umgerechnet etwa 700 Millionen Euro. „Wenn's schief geht, wird der Steuerzahler gewaltig zahlen“, erklärte Hallitzkys Kollege Ludwig Hartmann.

Zweites Finanzrisiko wäre nach Einschätzung der Grünen das Sicherheitskonzept: „In Kanada waren 200 Millionen Dollar eingeplant, am Ende waren es 900 Millionen Dollar“, sagte Hallitzky. Im Vergleich dazu habe die Staatsregierung für das Sicherheitskonzept in Bayern 2018 nur zwischen 33 und 50 Millionen Euro vorgesehen.

Die anderen Fraktionen halten das für Miesmacherei. Die Freien Wähler warfen den Grünen „Fundamentalopposition“ vor. „Olympia macht's möglich. Wir haben eine Viererkoalition in Bayern“, sagte der FDP-Abgeordnete Georg Barfuß. „Es wäre doch dekadent, wenn eines der reichsten Länder der Welt nicht mehr in der Lage wäre, die Spiele für die Jugend auszurichten.“

dpa

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