Kulturstrand: Gemauschel bei der Vergabe?

Nach der Ausbootung der Urbanauten werden im Stadtrat Stimmen lauter, die den Beschluss nicht für rechtmäßig halten.
| Florian Zick
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War’s das mit dem Kulturstrand? Am Vater-Rhein-Brunnen sollen nach Willen des KVR heuer nicht die Urbanauten das Sagen haben. Stattdessen soll die Urban League GmbH ihr „Great Bavaria Reef“ aufziehen dürfen.
AZ-Archiv War’s das mit dem Kulturstrand? Am Vater-Rhein-Brunnen sollen nach Willen des KVR heuer nicht die Urbanauten das Sagen haben. Stattdessen soll die Urban League GmbH ihr „Great Bavaria Reef“ aufziehen dürfen.

München - Am Tag nach der großen Überraschung ist Benjamin David erstaunlich gelassen. "Man konnte ja schon etwas ahnen", sagt er. Zudem hätten die mehr als 300 Solidaritätsbekundungen, die ihn über Nacht per Mail und SMS erreicht hätten, den Groll ein bisschen schwinden lassen.

Am Dienstag hatte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) bekanntgegeben, dass dieses Jahr nicht die Urbanauten um Benjamin David den beliebten Kulturstrand an der Isar ausrichten werden, sondern dass mit der Urban League GmbH erstmals ein Konkurrent zum Zuge kommen wird.

Zweifel an der einwandfreien Vergabe

Das KVR begründete seine Entscheidung damit, dass das Konzept der Urban League GmbH bei der Bewertung einfach besser abgeschnitten habe. Im Rathaus verursachte dieser Beschluss allerdings einige Irritationen. Von parteipolitischen Hintergründen ist die Rede. Schließlich verfügt Dierk Beyer, zusammen mit Zehra Spindler Geschäftsführer bei Urban League, über ein Parteibuch der SPD.

Hat das rot dominierte KVR also einem Genossen den Sieg zugeschustert? So deutlich will das natürlich niemand sagen. CSU-Stadtrat Michael Kuffer merkt lediglich an, er habe "Zweifel, dass die Vergabe rechtlich einwandfrei ist". Der Vorwurf ist nun aber in der Welt.

Lesen Sie hier: Lichtspektakel am Vater-Rhein-Brunnen

Dierk Beyer verweist solche Gerüchte in den Bereich der Verschwörungstheorien: "Dann dürfte grundsätzlich ja kein Parteimitglied mehr irgendwas bekommen", sagt er. An den Vorwürfen sei jedenfalls so rein gar nichts dran.

Ist ein Kompromiss noch möglich?

Benjamin David allerdings hat bereits angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen. Schließlich habe er bereits Veranstaltungspläne erstellt, Musiker gebucht – und am 19. Mai hätte es ja auch schon losgehen sollen. Da so kurz vor knapp ausgebootet zu werden, sei rechtlich doch ziemlich fragwürdig, sagt der Kulturstrand-Erfinder.

Womöglich wird es aber auch noch eine salomonische Lösung geben. Wie zu hören ist, hadert KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle mit der Entscheidung seiner Behörde und will einen Rechtsstreit unbedingt vermeiden. Wie ein Kompromiss aussehen könnte? Das wird sich erst in den kommenden Tagen klären.

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