Kümmert sich München zu wenig? „So macht es keinen Spaß!“ - Grüne mehr für Radler tun

Die Grünen werfen der Großen Koalition vor, sich nicht genügend um die Münchner Radler zu kümmern. Die AZ zeigt, was die Ökos fordern.
| Felix Müller
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Brennpunkt Brienner Straße: Hier wird es oft richtig eng, wenn Radler und Fußgänger aufeinandertreffen.
Grüne/Andreas Goh Brennpunkt Brienner Straße: Hier wird es oft richtig eng, wenn Radler und Fußgänger aufeinandertreffen.

Der Grünen-Verkehrsexperte Paul Bickelbacher fährt gerne mit dem Radl. Manchmal sogar in München. An der Waisenhausstraße in Gern, erzählt er, lasse sich zum Beispiel wirklich gut radeln. Die Stadtrats-Grünen halten das inzwischen für eine absolute Ausnahme. Sie werfen der Großen Koalition in der Radl-Politik Totalversagen vor.

„So macht das einfach keinen Spaß!“, schnaubte Bickelbacher am Freitag ins Telefon. Zehn Kilometer müsse man gelegentlich in München hinter einem Langsam-Radler herfahren. Das mag ein wenig übertrieben sein – aber eng wird es in München für Radler tatsächlich häufig. Schuld daran? Aus Sicht der Grünen SPD und CSU.

Radlfahrer am Stachus: Das soll besser werden

Grüne: Radler werden nicht genug ernst genommen

Die CSU blockiere den Ausbau überall, wo Platz für Autofahrer weggenommen werden könnte, sagte Bickelbacher. „Überhaupt treibt die Politik die Verwaltung bei dem Thema nicht an.“ Schwarz-Rot traue sich überhaupt nicht, zu experimentieren. Fahrspuren für Autos auch mal zu Radspuren zu machen.

Das Fazit der Grünen: Die Stadtrats-Mehrheit nimmt den Radverkehr nicht ernst genug, hat nicht verstanden, wie wichtig der Ausbau der Wege ist – und wie viel schneller und günstiger er umgesetzt werden kann als etwa der U-Bahn-Bau.

Die AZ erklärt, was die Grünen genau kritisieren – und, was sie anders machen wollen:

  • Gesamtkonzept: Die Ökos wollen einen Zeitplan mit konkreten Maßnahmen – und, dass Lücken im Wegenetz systematisch erfasst werden.
  • Radschnellverbindungen: Göttingen, London, New York – den Grünen fallen viele Städte ein, die ehrgeizig ein Radwegenetz entwickeln. Anders als in München. Hier soll jetzt eine Stelle in der Verwaltung geschaffen werden, die sich nur damit beschäftigt.
  • Breitere Radspuren: „In großen Teilen“, kritisieren die Grünen, sei das Radwegnetz nicht mehr zeitgemäß. Viel mehr Radler als früher seien in der Stadt unterwegs, sagte Bickelbacher – und auch noch viel schneller. Radwege seien oft zu schmal, vom Gehweg nur mit einer weißen Linie abgetrennt – sie müssten wo möglich durch breite Radfahrstreifen ersetzt werden – die ermöglichen sollen, zu überholen.
  • Kein Radwegzwang mehr: Die Grünen wollen, dass Radler nur noch dort zum Benutzen von Radwegen gezwungen werden, wo das Fahren auf der Straße eine „konkrete Gefahr“ bedeutet, so, wie das Bundesverwaltungsgericht es entschieden hat. Das Kreisverwaltungsreferat habe den Zwang bisher an viel zu wenigen Stellen aufgehoben.
  • Brennpunkte: Die Grünen fordern mehr Platz für Radler an der Brienner Straße, eine durchgängige Radverbindung nördlich der Alfons-Goppel-Straße bis zum Nordfriedhof, eine durchgängige Radverbindung stadteinwärts entlang der Freisinger Landstraße und eine Verbesserung der Situation in der Bahnunterführung Lindwurmstraße.
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