Kristina Frank: Mit Jamaika für das Isar-Flussbad

Im Stadtrat zeichnet sich eigentlich eine Mehrheit gegen das Isarflussbad ab. In der AZ erklärt OB-Kandidatin Kristina Frank, warum sie trotzdem immer noch an die Idee glaubt.
| Felix Müller
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Kristina Frank (r.) bei der Schwimm-Demo 2018 an der Isar.
privat Kristina Frank (r.) bei der Schwimm-Demo 2018 an der Isar.

München - Letzte Chance Stadtrats-Vollversammlung: Nachdem kürzlich ein Ausschuss gegen das Isarflussbad stimmte, scheint eine Mehrheit für ein offizielles Schwimmbad unwahrscheinlich.

Im AZ-Interview erklärt OB-Kandidatin Kristina Frank (CSU), wieso sie immer noch hofft, weshalb 19 Millionen Euro dafür gar nicht so viel seien – und, warum sie nun auch Mehrheiten jenseits der vom Europawahl-Ergebnis geschockten SPD suchen will.

AZ: Frau Frank, vor ein paar Monaten sind Sie in der Isar geschwommen. Wie war es?
KRISTINA FRANK: Ich erinnere mich daran, dass das gar kein heißer Tag war. Ich hatte Angst, dass es sehr kalt werden würde, weil ich eine der wenigen ohne Neopren-Anzug war. Die Isar war aber gar nicht so kalt. Es war ein einmalig-schönes Erlebnis.

Von wo bis wo sind Sie geschwommen?
Von der Braunauer Eisenbahnbrücke bis zum Vater-Rhein-Brunnen.

Im Sommer sieht man an der Isar in der Stadt viele Münchner entspannt im Wasser. Ist eine Neuregelung – und Kommerzialisierung! – wirklich notwendig?
Ich setze mich schon seit 2014 für das Flussbad ein, habe damals den ersten Antrag dazu im Stadtrat gestellt. Ich finde es schade, dass die Westseite der Isar heute überhaupt nicht erlebbar ist. Wir müssen die Isar gefühlt näher zur Innenstadt bringen.

Und da soll ein Flussbad helfen?
Heute trauen sich viele nicht, in "der Reißenden" zu schwimmen. Mit einem Flussbad hätten wir einen geschützten Raum im Fluss, wo man schwimmen darf – und wo auch ein Bademeister aufpasst.

Isarflussbad mit Eintritt?

Man müsste dann Eintritt bezahlen, um die Isar genießen zu können.
Das ist noch nicht klar, ob man zahlen müsste oder nicht.

Sie wären für einen niedrigen oder gar keinen Eintritt?
Es wäre toll, wenn wir einen freien Eintritt hinbekommen – zumindest für Kinder und Jugendliche.

Wo wäre ein geeigneter Standort?
Ich fände ein Flussbad in der Nähe des Deutschen Museums gut. Auf keinen Fall sollte es in den renaturierten Bereich gehen oder den Naturschutz beeinträchtigen.

"Die SPD denkt zu old school"

Was treibt Ihren Koalitionspartner, die SPD, an, sich gegen das Bad zu stemmen?
Die SPD denkt bei Schwimmbädern zu klassisch, sehr old school. Klar, es gibt zu wenige Schwimmbäder. Da müssen wir nachlegen, wo immer möglich. Viele Münchner fahren an die Seen, die an schönen Tagen total überfüllt sind. Wir könnten in der Isar eine Möglichkeit schaffen, in München sicher ins kühle Nass zu springen – und zwar in natürliches Wasser, nicht in ein Schwimmbad.

Was macht Ihnen Hoffnung, dass es doch noch klappt mit dem Flussbad – obwohl sich doch kürzlich bereits ein Stadtrats-Ausschuss mehrheitlich dagegen entschieden hat?
Es zeichnet sich ab, dass die FDP nochmal darüber nachdenken will. Die Grünen haben nur wegen eines Abstimmungsproblems dagegen gestimmt, die sind eigentlich dafür.

"19 Millionen hört sich viel an. Aber vieles muss saniert werden"

Die FDP hat vor allem Sorge wegen der hohen Kosten.
19 Millionen Euro hören sich viel an. Aber vieles, was dort gemacht werden soll, muss eh gemacht werden. Sämtliche alten Schutzwände am Deutschen Museum zum Beispiel müssen sowieso saniert werden. Die kostenintensivsten Punkte haben gar nichts mit der Frage zu tun, ob wir das Flussbad schaffen oder nicht. Und natürlich kostet jedes neue Schwimmbad Geld.

Sie hoffen also auf eine Jamaika-Koalition für das Bad?
Das passt doch. Jamaika steht ja für ein schönes Lebensgefühl, für Lebensfreude.

Die SPD will die gemeinsame Koalition ja nun eh freier auslegen, andere Mehrheiten suchen. Ist das Flussbad Ihr Auftakt für eine inoffizielle Jamaika-Koalition bis zur Wahl?
Die SPD sieht das mit der Kooperation in den letzten Wochen erstaunlich locker. Wir werden wie beim Flussbad auch bei anderen Projekten, die uns wichtig sind, unsere Mehrheiten im Stadtrat suchen.

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