Kommunalwahl 2026: Diese 13 Kandidaten wollen Oberbürgermeister in München werden

Am 8. März 2026 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in München werden Hunderttausende Wahlberechtigte an die Urne gebeten. Es geht um die Zusammensetzungen eines neuen Stadtrats, der Bezirksausschüsse und vor allem um die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters. Insgesamt 13 Kandidaten und eine Kandidatin buhlen um die Stimmen der Wähler. Die AZ stellt alle Kandidaten kurz vor.
Der AZ-Wahlhelfer
Kommunalwahl 2026: Vergleichen Sie Ihre Meinung mit den Positionen der Parteien.
Zum AZ-WahlhelferDie 13 OB-Kandidaten im Überblick
- Dieter Reiter (SPD)
- Dominik Krause (Grüne)
- Clemens Baumgärtner (CSU)
- Stefan Jagel (Die Linke)
- Markus Walbrunn (AfD)
- Michael Piazolo (Freie Wähler)
- Jörg Hoffmann (FDP)
- Tobias Ruff (ÖDP)
- Felix Sproll (Volt)
- Richard Progl (Bayernpartei)
- Dirk Höpner (München-Liste)
- Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
- Philipp Drabinski (Die Partei)
Dieter Reiter (SPD)
Dieter Reiter ist seit 2014 Oberbürgermeister in München. Bei der Kommunalwahl 2026 stellt sich der 67-Jährige zum dritten Mal zur Wahl für das höchste politische Amt in München. Bei den vergangenen beiden Kommunalwahlen musste sich Reiter jeweils in einer Stichwahl durchsetzen. 2014 war dies gegen Josef Schmid (CSU) und 2020 gegen Kristina Frank (CSU) der Fall. Reiter wurde am 19. Mai 1958 in Rain am Lech geboren und wuchs ab seinem dritten Lebensjahr in München auf. 1981 schloss Reiter sein Studium als Diplom-Verwaltungswirt an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Hof an der Saale ab. Reiter ist seit über 40 Jahren in unterschiedlichsten Funktionen für die Stadt München tätig.

Dominik Krause (Grüne)
Mit 35 Jahren ist Dominik Krause der jüngste der OB-Kandidaten aus den Reihen der großen drei Parteien in München. Trotz seines Alters gilt der gebürtige Münchner in der Lokalpolitik schon als alter Hase. Bereits 2014 wurde er in den Münchner Stadtrat gewählt und war von 2022 bis 2023 Fraktionsvorsitzender der Grünen. Im Oktober 2023 wurde Krause zum Zweiten Bürgermeister der Stadt. Er folgte in dem Amt seiner Parteikollegin Katrin Habenschaden, die ihr Bürgermeister-Amt überraschend aufgab und auf einen Posten bei der Deutschen Bahn AG wechselte. Krause studierte Physik an der TU München und schloss mit einem Master of Science ab. Dominik Krause ist offen homosexuell, 2024 verlobte er sich mit seinem langjährigen Partner, dem Arzt Sebastian Müller. Überregional sorgte Krause für Aufsehen, als er das Münchner Oktoberfest als die „weltweit größte offene Drogenszene“ bezeichnete. Im Dezember 2024 wählten die Münchner Grünen Krause auf einem Parteitag mit 99,3 Prozent zum OB-Kandidat für die Kommunalwahl 2026.

Clemens Baumgärtner (CSU)
Bevor der gebürtige Münchner in der Lokalpolitik aktiv wurde, studierte Clemens Baumgärtner (49) Jura an der LMU und arbeitete anschließend 15 Jahre als selbstständiger Wirtschaftsanwalt. 1996 wurde er Mitglied im Bezirksausschuss 18 Untergiesing-Harlaching, von 2012 bis 2020 war er dort Vorsitzender. 2019 wählte ihn der Münchner Stadtrat zum Referenten für Arbeit und Wirtschaft und damit auch zum Wiesn-Chef. Baumgärtner wurde damit Nachfolger von Josef Schmid (CSU), der in den Bayerischen Landtag wechselte. Als Wirtschaftsreferent kann Baumgärtner auf eine durchaus erfolgreiche Vergangenheit blicken. So gelang es dem CSU-Politiker die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA, heute IAA Mobility) von der langjährigen Gastgeberstadt Frankfurt am Main nach München zu lotsen. Zudem gelang es ihm erfolgreiche Tech-Unternehmen wie Apple oder Weltstars wie Adele in die bayerische Landeshauptstadt zu locken.


Stefan Jagel (Die Linke)
Stefan Jagel wurde 1984 in Traunstein geboren und lebt seit 15 Jahren im Münchner Westend. Jagel ist von Beruf Krankenpfleger und sitzt seit 2020 für Die Linke als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Er ist Mitglied im Gesundheits- und Kommunalausschuss sowie im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft. Stefan Jagel setzt sich unter anderem für bezahlbares Wohnen, Armutsbekämpfung und Arbeitnehmerrechte ein. Bei einem Parteitag im Juli 2025 wurde er mit 87 Prozent zum Münchner OB-Kandidaten der Linken bestimmt. Aktuell ist Jagel der einzige Stadtrat mit Hauptschulabschluss.

Markus Walbrunn (AfD)
Markus Walbrunn, 1987 in München geboren, agiert politisch derzeit in einer Doppelrolle. Seit 2015 ist er Mitglied der AfD und sitzt für diese seit 2020 im Münchner Stadtrat. Im Oktober 2023 wurde Walbrunn zudem in den Bayerischen Landtag gewählt. Nach der Kommunalwahl 2026 wird Walbrunn den Münchner Stadtrat verlassen und sich auf seine Rolle im Landtag konzentrieren. Dort beschäftigt er sich nach eigenen Angaben etwa mit den Themen Bildungspolitik und Migration. Walbrunn studierte bis 2020 Politikwissenschaft an der LMU in München und ist seit seinem Studium Mitglied der Münchner Burschenschaft Stauffia.

Michael Piazolo (Freie Wähler)
Der in Stuttgart geborene Michael Piazolo (66) ist in der Politik schon ein alter Hase. Seit 2001 ist der Jurist Mitglied der Freien Wähler in Bayern, seit 2008 hat er einen Sitz im Bayerischen Landtag. Von November 2018 bis Oktober 2023 war er Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus unter Ministerpräsident Markus Söder. Er setzt sich für Bildungsthemen ein und ist ein bekennender Gegner der dritten Startbahn am Münchner Flughafen. 2022 erhielt Piazolo den Bayerischen Verdienstorden. Als Oberbürgermeister will er München nachhaltig und innovativ gestalten.

Jörg Hoffmann (FDP)
Jörg Hoffmann (54) ist gebürtiger Münchner und seit 1991 Mitglied der FDP. Seit 2005 ist er Professor für Unternehmenssteuern und Wirtschaftsprüfung an der Hochschule Augsburg. Hoffmann blickt bereits auf 13 Jahren im Münchner Stadtrat zurück (2008 bis 2014 und seit 01.12. 2018). Seit 1. Mai 2020 ist der Fraktionsvorsitzender der FDP. 2026 kandidiert der FDP-Mann zum zweiten Mal nach 2020 um den Posten des Oberbürgermeisters in München. Hoffmann setzt auf Stadtplanung, Wohnungsbau und Bürokratieabbau zudem möchte er die soziale Marktwirtschaft stärken und die Verwaltung bürgerfreundlicher gestalten.

Tobias Ruff (ÖDP)
Der gebürtige Münchner Tobias Ruff (Jahrgang 1976) sitzt seit 2010 im Münchner Stadtrat und leitet seit 2020 die Fraktion der ÖDP, der er 1995 beigetreten ist. Ruff hat Forstwirtschaft in Weihenstephan studiert. Sein politisches Anliegen in München ist es, "die Fehlentscheidungen in der Energiepolitik der SPD und der Grünen der letzten Jahre korrigieren und so die Weichen für eine klimafreundliche Stadt neu stellen." Ruff will eine Verkehrswende durch Reduzierung der Autos auf Münchens Straßen und Stärkung des öffentlichen Verkehrs, sowie eine vorausschauende Stadtentwicklung. Er kämpft zudem für den Erhalt von Grünflächen und generell für den Umweltschutz. Der ÖDP-Politiker ist ein Gegner von Olympischen Sommerspielen in München.

Felix Sproll (Volt)
Der gebürtige Augsburger Felix Sproll (32) sitzt seit der letzten Kommunalwahl 2020 im Münchner Stadtrat. Zunächst arbeitete er mit der SPD zusammen, dann wechselte zur Fraktion Die Grünen – Rosa Liste. Sproll ist gelernter Bankkaufmann und seit zehn Jahren als selbständiger Finanzberater tätig. Sproll ist in den Ausschüssen für Arbeit, Wirtschaft, IT, Finanzen und Mobilität aktiv. Sein Herzensthema ist Europapolitik und dabei im besonderen München als europäische Metropole. Weitere Schwerpunkte für Felix Sproll sind Digitalisierung, Bürger*Innenbeteiligung und Wirtschaftsförderung.

Richard Progl (Bayernpartei)
Richard Progl (46) zählt mit 16 Jahren in der Münchner Lokalpolitik auch schon als alter Hase. Seit 2010 sitzt der gebürtige Münchner bereits für die Bayernpartei im Stadtrat. Progl hat in München, Mailand und Dublin Betriebswirtschaft studiert und ist Geschäftsführer eines Münchner Transportunternehmens. Der Vater zweier Töchter setzt sich für eine Lokalpolitik ein, welche "die Identität Münchens bewahrt". Für Progl soll München zuallerst für Münchner da sein. Er möchte den einzigartigen Charme der Stadt bewahren, damit München nicht zu einer "charakterlosen Allerwelts-Metropole" wird. Als Lokalpatriot sei er "gegen unkontrolliertes Wachstum" und für Bairisch-Unterricht an allen Münchner Kindergärten.

Dirk Höpner (München-Liste)
Dirk Höpner (Jahrgang 1961) ist Mitgründer der München-Liste und verfolgt eine Politik für ein lebens- und liebenswertes München. Seine politischen Schwerpunkte liegen auf Bürgerbeteiligung, Stadtplanung und dem Einsatz für Menschen mit Behinderungen. Neben seiner politischen Tätigkeit als Stadtrat und Mitglied im Bezirksausschuss 24 ist Höpner (Studium der Informatik an der TU München) Geschäftsführer bei der Münchner Pfennigparade.

Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
Das Bündnis Kultur, gegründet von Christiane Pfau (Jahrgang 1967) und Kathrin Schäfer, tritt 2026 erstmals bei einer Kommunalwahl an. Christiane Pfau wird dabei als einziger weiblicher Kandidat für das OB-Amt antreten. Im Rathaus will sie ihren Fokus auf Kunst, Bildung und Soziales richten. Pfau und das Bündnis Kultur setzen sich für eine gerechtere Verteilung der Mittel in Kunst und Bildung ein. Sie will eine Stadtpolitik ohne Eitelkeiten, die kreative Lösungen findet und sich nicht mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zufriedengibt. Pfau ist seit 2010 Dozentin am Lehrstuhl für Theaterwissenschaft an der LMU, Schwerpunkt: Kulturvermittlung. Warum sie als OB-Kandidatin antritt? "Weil ich als Frau in München nicht 12 Männern das Feld überlassen werde."

Philipp Drabinski (Die Partei)
Philipp Drabinski ist der offizielle OB-Kandidat für Die Partei. Seine Kandidatur soll mit Humor und Schlagfertigkeit punkten. So hat Drabinski u. a. die, nicht ganz ernstgemeinte, Vision eines Formel-1-Rennens auf dem Altstadtring, kostenlose Faxgeräte für alle und 365 Tage im Jahr Oktoberfest.
