Kochbücher für die extrastaade Zeit

Während Corona haben sich auch Küchenmuffel öfter an den Herd getraut. Haben Kochbuchverlage davon profitiert? Die AZ hat bei einem der großen Verlage aus München nachgefragt.
| Ruth Frömmer
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Hanne Schröder (l.) leitet die Redaktion Kochen und Sarah Bruchhäuser kümmert sich um Presse und PR bei GU.
Hanne Schröder (l.) leitet die Redaktion Kochen und Sarah Bruchhäuser kümmert sich um Presse und PR bei GU. © ruf

München - Auf eine fast 300-jährige Geschichte blickt der Ratgeber-Verlag GU schon zurück. 2022 findet das große Firmenjubiläum in München statt. Über 50 Bücher veröffentlicht der Verlag pro Jahr in den Sparten Partnerschaft und Familie, Heimtier, Haus und Garten, Körper, Geist und Seele und natürlich Kochen und Verwöhnen.

Wahrscheinlich gibt es in Deutschland kaum einen Haushalt ohne ein GU-Kochbuch im Regal. Mit der Corona-Krise, den vielen Menschen im Homeoffice und den Lockdowns in der Gastronomie haben Selberkochen und damit auch Kochbücher enorm an Bedeutung gewonnen.

"Das Thema schnelle Küche läuft schon eine ganze Weile gut. Auch vor der Krise", sagt Hanne Schröder, Leiterin der Redaktion Kochen. Und so mussten die passenden Kochbücher zur Krise nicht eigens entwickelt werden. Das wäre auch gar nicht so einfach. Immerhin vergeht von der Idee bis zur Realisierung eines Kochbuchs im Durchschnitt ein Jahr. Konzept und Rezepte müssen entwickelt, verfeinert und schließlich von erfahrenen Köchen, aber auch Laien probegekocht werden. Hinzu kommen Gestaltung, Fotografie und Redaktion.

Das Kochbuch ist ein Bestseller des Verlags.
Das Kochbuch ist ein Bestseller des Verlags. © GU

Auch Themen wie Brot und Küchenratgeber für spezielle Ernährung, wie zum Beispiel ohne Gluten oder Zucker, liegen schon seit Jahren im Trend. "Die Menschen sehen immer mehr die Verbindung zwischen der eigenen Gesundheit und ihrer Ernährung und suchen ganz gezielt Kochbücher in diese Richtung", erklärt Schröder weiter. Reine Diät-Bücher sind nicht mehr so stark gefragt wie Bücher zur guten und bewussten Ernährung. "Anders als früher gibt die Ernährung den Leuten Halt", erklärt die GU-Frau. Vor dem Hintergrund der Pandemie verstärkt sich dieses Ernährungsbewusstsein noch weiter.

Die reine Rezeptsammlung? Nachfrage gering

Insgesamt werden die Kochbücher ganzheitlicher. Die reine Rezeptsammlung ist nicht mehr gefragt. Die Menschen wollen mehr über die Gerichte, ihre Zutaten und auch den Koch hinter den Rezepten erfahren. "Uri Buri - Meine Küche" (29 Euro) ist so ein Beispiel. Der israelische Koch fasziniert viele Menschen mit seiner Lebensgeschichte und Kochphilosophie. Die Rezepte des Fisch-Kochbuchs machen nur etwas mehr als die Hälfte des gesamten Buches aus.

Nicht nur ein reines Kochbuch. Muttenthaler gibt auch Tipps und Anregungen für einen nachhaltigen Alltag.
Nicht nur ein reines Kochbuch. Muttenthaler gibt auch Tipps und Anregungen für einen nachhaltigen Alltag. © GU

"The easy green way" (22 Euro) fällt ebenfalls in diese Kategorie. Die Autorin Magdalena Muttenthaler betreibt von München aus die Plattform für Nachhaltigkeit "Free minded folks" und gibt im Buch Tipps und Anregungen für einen nachhaltigen Alltag. Der Ratgeber ist gegliedert in die vier Jahreszeiten und beschränkt sich nicht nur auf die Küche. Auch Pflegeprodukte, Reinigungsmittel und mehr zum Selbermachen für ein nachhaltiges Leben werden beschrieben.

Wenn die Fernreise ausfällt, wird exotisch gekocht

Aber auch Länderküche ist während des Lockdowns stärker gefragt denn je. Wer nicht in den Urlaub fährt, holt sich das fremde Land daheim zumindest in die Küche. Von Japan oder Thailand über Skandinavien bis in die Türkei reicht die Länderküche bei GU.

Aus einem YouTube-Kanal wurde das Kochbuch.
Aus einem YouTube-Kanal wurde das Kochbuch. © GU

Für sein jüngstes indisches Kochbuch hat sich der Verlag die Münchner Youtuber Indrani Roychoudhury und Robi Banerjee an Bord geholt. Das Ehepaar kocht auf seinem Kanal "Lucky Recipes" persönliche Familienrezepte und moderne indische Küche vor. Viele ihrer Rezepte und Tipps haben die Hobbyköche jetzt in "Kochen wie in Indien" (17,99 Euro) vereint.

Besonders gut verkauft sich ganz aktuell das jüngste GU-Weihnachts-Kochbuch. "Rachs Rezepte für Weihnachten" ist wie gemacht für die Corona-Weihnachtszeit ohne die üblichen Restaurant-Besuche. Es enthält verschiedenste Drei-Gänge-Weihnachtsmenüs zum Selberkochen. Für jeden Geschmack, von aufwendig bis simpel, von exquisit bis preisgünstig und alles perfekt aufeinander abgestimmt.

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Der Clou: Zu jedem Menü gibt es einen genauen Plan für die Küchen-Organisation. Um Koch-Stress an den Feiertagen zu vermeiden, erklärt Spitzenkoch Christian Rach genau, was schon einige Tage vorher vorbereitet werden kann und was erst vor dem Servieren.

Und trotzdem ist es eine schöne Vorstellung, dass die eigene Küche nach dem Gastro-Lockdown auch wieder ab und an kalt bleiben darf.

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