Jugendamt-Debatte: "Ausgesprochen merkwürdig"

Die gescheiterte Bewerbung von Christian Müller als Jugendamts-Leiter irritiert die Opposition im Münchner Rathaus.
| A. Perkuhn
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Das Rathaus sucht einen neuen Boss für das Jugendamt. Christian Müller (kleines Bild) wird es nicht werden.
dpa/SPD/AZ Das Rathaus sucht einen neuen Boss für das Jugendamt. Christian Müller (kleines Bild) wird es nicht werden.

München - "Es ist ja nicht irgendein Amt, das ist ja keine Sachbearbeitungs- und Verwaltungsstelle", sagt Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel. Auch darum sind die Grünen so irritiert, dass es nun eine weitere wenig souverän wirkende Entwicklung gibt bei der Suche nach einer neuen Stadtjugendamts-Leitung.

SPD-Stadtrat Christian Müller (50), der als Favorit galt, ist durchgefallen in den Augen der Bewertungskommission, bevor er sich dem Stadtrat vorstellen konnte. Personalreferent Alexander Dietrich (CSU) wird dem Stadtrat nur eine Kandidatin präsentieren.

"Wir sind davon ausgegangen, dass sich die Fraktionen die Kandidaten unabhängig von der verwaltungsinternen Prüfung anschauen können", sagt Demirel. "Dass wir nur Ja oder Nein sagen können, reicht nicht." Darum haben sie und Mit-Fraktionsvorsitzender Florian Roth OB Reiter einen Brief geschrieben, in dem sie das Verfahren monieren. "Wir gehen davon aus, dass das korrigiert wird."

"Ich finde es ausgesprochen merkwürdig, dass sechs Kandidaten im Rennen waren, die qualifiziert sein sollten, und jetzt nur eine Kandidatin übrig ist", sagt auch Stadtrat Michael Mattar (FDP). Eine breitere Auswahl sei notwendig: "Man müsste eine neue Ausschreibung in Betracht ziehen." Der Ältestenrat bespricht sich am 10. März.

Parteipolitisches Kalkül?

"Herr Müller kann sich ja immer noch vorm Personal- und Sozialausschuss und dem Kinder- und Jugendhilfe-Ausschuss präsentieren", sagt SPD-Fraktionschef Alexander Reissl betont entspannt, "und vielleicht zeigen, dass er nur einen schlechten Tag hatte – oder auch nicht."

Dass die Absage öffentlich wurde, sieht Demirel als Indiz für parteipolitisches Kalkül. CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl aber wiegelt ab: "Zwei Referenten, einer von der CSU, eine von der SPD, waren sich einig", sagt er. "Ich sehe da eine rein fachliche Einschätzung."

Müller selbst will über das Gespräch mit der Kommission nichts sagen. "Ich verfolge natürlich die Presse", sagt er, "offiziell habe ich aber noch keine Informationen bekommen." Er warte ab: Für den 21. März ist die Vorstellungsrunde vorm Ausschuss terminiert.

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