Im Frust vereint: Stadt München sperrt Fans weiter aus

München verbietet wegen der steigenden Corona-Zahlen erneut die Zuschauer-Rückkehr in die Stadien. "Bitter für Fans und Vereine."
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Egal ob blau oder rot, die Münchner Fußballfans müssen weiter auf die langersehnte Rückkehr in die Stadien warten.
Egal ob blau oder rot, die Münchner Fußballfans müssen weiter auf die langersehnte Rückkehr in die Stadien warten. © Rauchensteiner/sampics/Augenklick

München - Es sollte das umjubelte, wenn auch kleine Servus der Sechzger an die eigenen Anhänger werden. Das erste Fußball-Fest auf Giesings Höhen seit dem irren 4:3-Krimi am 26. Spieltag der Vorsaison gegen den Chemnitzer FC Ende Februar.

"Wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen mit unseren Fans - auch, wenn es leider nur 1500 sind. Ich habe sie sehr vermisst", sagte Löwen-Trainer Michael Köllner noch am Freitagvormittag vor dem zweiten Saison-Heimspiel des TSV 1860 am Samstag gegen Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck (14 Uhr). Zum Leidwesen der Löwen wird der 50-Jährige die weiß-blaue Anhängerschar noch länger vermissen - wie die anderen Münchner Profiklubs auch. Vereint im Frust!

Geisterspiel statt Fan-Fest beim TSV 1860

"Aufgrund eines Anordnungsbescheides der Stadt München sind für die kommenden beiden Heimspiele des TSV 1860 München gegen den VfB Lübeck und den 1. FC Saarbrücken keine Zuschauer zugelassen", ist der folgenschweren Pressemitteilung der Blauen kurz nach Mittag zu entnehmen. Heißt: Geisterspiel statt Fan-Fest, mindestens zwei Mal. Am Mittwoch hatte es noch das Okay für Spiele vor einem kleinen Teil von Fans gegeben. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut von 32,5 am Dienstag aber wieder auf 42,4 gestiegen ist, sprachen sich die Behörden nun doch gegen die Zulassung von Fans aus. Diese Regelung gilt zunächst einmal bis einschließlich 25. Oktober.

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Dieter Reiter: "Für Fans und Vereine besonders bitter"

OB Dieter Reiter ließ dazu folgendes verlauten: "Die kurzfristige Absage für dieses Wochenende ist für Fans und Vereine besonders bitter, das ist uns sehr bewusst. Sie zeigt aber auch, dass es derzeit keinen Sinn macht, an einem fixen Stichtag festzulegen, was drei Tage später möglich sein kann."

Für die Löwen ein harter Schlag: "Der TSV 1860 München bedauert die Entwicklung der Inzidenzzahlen, die nochmal deutlich gestiegen sind und dafür sorgen, dass die zuerst 3000 und danach noch 1500 Löwen-Fans, die sich auf einen Stadionbesuch gefreut hatten, nicht ins Stadion kommen dürfen." Die Halbierung der Zuschauer seitens der Stadt hatte die Giesinger verärgert, nun schlagen sie andere Töne an: "Gleichzeitig möchten wir an dieser Stelle alle Löwen sensibilisieren, im Alltag die Hygieneregeln und Abstandsgebote einzuhalten, damit sich die Pandemielage baldmöglichst verbessert."

Auch FC Bayern von Änderung betroffen

Natürlich ist auch der FC Bayern betroffen: Das Pokalspiel des Rekordmeisters gegen den 1. FC Düren (15. Oktober) wird ebenso ohne Fans stattfinden wie das Duell in der Champions League gegen Atlético Madrid (21. Oktober) und das Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Auch die Bayern-Amateure und Münchner Bundesliga-Fußballerinnen sowie Türkgücü müssen mindestens zwei Wochen lang vor leeren Rängen antreten.

Besonders bitter ist der radikale Rückschritt für den Migranten-Verein, der am Samstag gegen den SV Wehen Wiesbaden nach 15 Jahren das ehrwürdige Olympiastadion wiedereröffnen wird. Alles war für eine Fan-Rückkehr angerichtet in Münchens legendärem Fußball-Tempel, erklärt Olympiapark-Pressesprecher Tobias Kohler - und fügt leicht frustriert an: "Es ist schade, dass die Premiere in diesem weltberühmten Stadion vor leeren Rängen stattfindet."

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