Im dritten Anlauf rot?

 Im Osten läuft das Rennen zwischen Claudia Tausend und Wolfgang Stefinger.
| Julia Lenders
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SPD-Stadträtin Claudia Tausend will jetzt in den Bundestag.
SPD-Stadträtin Claudia Tausend will jetzt in den Bundestag.

Im Osten läuft das Rennen zwischen Claudia Tausend und Wolfgang Stefinger.

München - Schwarz, schwärzer, Münchner Osten: Seit 1976 ist der Bundestagswahlkreis 219 fest in der Hand der jeweiligen CSU-Kandidaten. Am Sonntag versucht ein Neuling, diese Siegesserie fortzusetzen: Wolfgang Stefinger, Diplom-Betriebswirt und ehemaliger Münchner JU-Chef.

Der 28-Jährige ist diesmal der zweitjüngste CSU-Bewerber um eine Direktkandidatur. Nur seine Kulmbacher Kollegin Emmi Zeulner ist noch zwei Jahre jünger als er.

Dagegen will es SPD-Herausforderin Claudia Tausend im Wahlkreis Ost schon zum dritten Mal wissen.Die Diplom-Geographin (49) erhielt vor vier Jahren 26,7 Prozent der Erststimmen – knapp zehn Punkte weniger als der damalige CSU-Kandidat Herbert Frankenhauser. „Es wird sehr schwer, diesen Stimmenvorsprung aufzuholen“, sagt Tausend. In den Bundestag wird sie aber wohl selbst dann einziehen, wenn’s mit dem Direktmandat wieder nicht klappt. Weil sie auf der Liste den aussichtsreichen Rang 14 belegt.

Welchen Eindruck haben Tausend und Stefinger nach Wochen des Wahlkampfs? Der CSU-Mann bezeichnet die Stimmung als „sehr gut“, doch auch die SPD-Frau hält die Atmosphäre für „deutlich besser als 2009“. Bei ihren zahlreichen Hausbesuchen hätten nur ganz wenige das Aufmachen verweigert, berichtet Tausend. Die meisten seien schlicht verblüfft gewesen, dass eine Politikerin klingelt.

Die Sozialdemokratin erzählt freimütig, sie und ihr Team seien von den Bürgern zuweilen gefragt worden: „Gibt’s euch noch?“ Gelacht habe sie da und erwidert: „Die SPD gibt’s überall.“ Tausend ist seit 17 Jahren Stadträtin. Im Bundestag möchte sie am liebsten im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung oder im Finanzausschuss arbeiten.

Stefinger hat auf Hausbesuche verzichtet, um die Menschen nicht in ihrer Privatsphäre zu stören. Er ist in Waldperlach aufgewachsen. „Ich bin ein Kind des Münchner Ostens“, sagt er über sich. Seine Schwerpunkte sind unter anderem der Bildungs- und Forschungsstandort München, das Thema Kinderbetreuung und der Gesundheitsbereich.

 

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