"Harry Klein" muss raus - aber so darf der Hotel-Neubau nicht aussehen

Der Techno-Club muss raus, das Gebäude wird abgerissen. Die Ecke Sonnenstraße/Schwanthalerstraße bekommt ein neues Gesicht. Wie genau es aussehen wird, ist noch nicht final geklärt.
| Eva von Steinburg
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Mit abgerundeter Ecke an der Sonnenstraße 8/Schwanthalerstraße 2 - 6. Der Entwurf für ein neues Hotel fiel bei der Stadtgestaltungskommission durch.
Mit abgerundeter Ecke an der Sonnenstraße 8/Schwanthalerstraße 2 - 6. Der Entwurf für ein neues Hotel fiel bei der Stadtgestaltungskommission durch. © Bauplanung Maltzan

München - Um 1930 hatten die Häuser in der Schwanthalerstraße wirklich noch Vorgärten. Seit der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg stehen hier siebengeschossige Nachkriegsbauten. Viele verströmen den eher einen herben Charme: Unten viel Fast-Food-Gastro, oben sind Büros und Praxen.

Ob man es bedauert oder nicht: Die prägnante Ecke Sonnenstraße/Schwanthalerstraße wird ein neues Gesicht bekommen: Das Eckhaus mit zwei Fast-Food-Restaurants wird abgerissen. Die Hotelgruppe Amano plant hier "kein Luxushotel, sondern ein Drei-Sterne-plus-Haus", so Harry Habermann, der ein "familienbetriebenes" Unternehmen führt. Sein Hotel ist mit 276 Zimmern geplant. Und in München wächst die Kritik an immer mehr Hotelprojekten im südlichen Bahnhofsviertel.

Prägnant: die Abrisshäuser an der Sonnen- und Schwanthalerstraße.
Prägnant: die Abrisshäuser an der Sonnen- und Schwanthalerstraße. © Google Earth

Techno-Club "Harry Klein" wird vertrieben

Zwei Bauten aus den 50er und 60er Jahren werden dafür weichen müssen. Viele Mieter werden dadurch vertrieben, auch der deutschlandweit bekannte Techno-Club "Harry Klein".

Das neue Hotel am Platz erhält große Fenster, die über zwei Stockwerke gehen. Dazu eine Fassade in einem hellen Ziegelton. Architekt Carlos Graf Maltzan lehnt sich hier an vertikale Strukturen des Kaufhofs am Stachus und des früheren Postamtes an der Sonnenstraße an. Der Blickfang: die abgerundete Ecke an diesem Ort mit viel Verkehr.

Differenzierung der Fassade muss her

Bei der Diskussion in der Stadtgestaltungskommission am Dienstag lehnten die Experten den Entwurf jedoch glatt ab. Die Münchner Architektin Karin Schmid kritisierte: "Das Gebäude versucht, mit durchlaufender Fassade alles zu erschlagen. Das Zweigeschossige sprengt alles". Benoît Blaser (Grüne), Chef des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, sagte: "Wir wollen keine Konformität. Wir wünschen uns eine Differenzierung der Fassade."

So gibt es eine Wiedervorlage für Architekt und Bauherrn. Die Empfehlung lautet: Die gesamte Fassade überarbeiten und über mehr Begrünung nachdenken. Architekt Christoph Sattler von der Akademie der Schönen Künste hatte als einziger Redner nichts gegen die gewisse "Monumentalität": "Ich bin nicht so kritisch. Der relativ große Maßstab leuchtet mir schon ein."

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Architekt Carlos Graf Maltzan ist offen gegenüber der Kritik: "Es gibt Anregungen und Möglichkeiten, die meiner Ansicht nach eine Verbesserung sein könnten."

Viele vermuten ja, dass wenn der neue hyper-moderne Hauptbahnhof fertig gebaut sein wird, sich vermutlich das komplette Gesicht des südlichen Bahnhofsviertels verändern wird. Weitere Nachkriegsbauten in der Schwanthaler- und Sonnenstraße könnten ebenfalls weichen.

"Harry Klein" prägte die Partymeile

Für den legendären Club "Harry Klein" bedeutet der Abriss jetzt das traurige Aus an der Sonnenstraße 8. Vor der Pandemie war der Club prägend für die Partymeile an der Sonnenstraße, für die sogenannte "Feierbanane". Ende März 2022 endet sein Mietvertrag. Der Techno-Club sucht bereits nach einer neuen Bleibe.

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