Haidhausen: Demo gegen die zweite S-Bahn-Röhre

Der Widerstand gegen einen Ausbau der Stammstrecke ist im Münchner Osten am größten. Deshalb gab es am Freitagabend auch eine Demonstration von mehreren Hundert Gegnern. Sie sagen: „Der Tunnel ist ein Schmarrn!“
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Demo gegen die zweite S-Bahn-Stammstrecke am Freitag am Orleansplatz: Das Projekt hat vor allem in Haidhausen viele Gegner.
Petra Schramek Demo gegen die zweite S-Bahn-Stammstrecke am Freitag am Orleansplatz: Das Projekt hat vor allem in Haidhausen viele Gegner.

HAIDHAUSEN - Der Widerstand gegen einen Ausbau der Stammstrecke ist im Münchner Osten am größten. Deshalb gab es am Freitagabend auch eine Demonstration von mehreren Hundert Gegnern. Sie sagen: „Der Tunnel ist ein Schmarrn!“

Sie ist umstritten wie kein zweites Großprojekt in München: Die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Die Grünen sind gespalten, die FDP und die CSU auch; nur die SPD steht nach außen einig zu diesem Milliardenprojekt. Vor Ort ist der Widerstand in Haidhausen am größten. Deshalb gab es am Freitagabend auch eine Demonstration von mehreren Hundert Tunnel-Gegnern. Motto: „Der Tunnel ist ein Schmarrn.“

Sie sammelten sich am Ostbahnhof und zogen lautstark mit Trillerpfeifen entlang der geplanten Trasse zum Wiener Platz. „Seien Sie laut, erheben sie Einspruch“, rief der Organisator.

„DB – Achse des Bösen“ stand auf einem Transparent, „Schummel-Tunnel“ oder „10 Minuten Takt Ade“ auf vielen anderen. Vor allem die Geschäftsleute in Haidhausen fürchten die jahrelange Tunnelbaustelle. Die Gegner haben in der Metzstraße 15 einen Infoladen geöffnet (täglich von 17-20 Uhr) und im Internet ein Forum geschaffen (www.tunnelaktion.de) .

Die geplante, sieben Kilometer lange zweite Stammstrecke ist in drei Teile untergliedert. Für den dritten Abschnitt von der Isar bis zum Ostbahnhof geht es grundsätzlich um den Sinn des Tunnels. Dort sind auch die Beeinträchtigungen durch zwei große, offene Baustellen am größten.

Klagen könnten das Projekt auf Jahre verzögern

Damit werden auch Gegner mobilisiert, damit sie während der bis zum 13. Oktober dauernden Auslegung der Baupläne Einwände gegen das Projekt geltend machen. Und zwar beim Freistaat, denn der geplante zweite S-Bahntunnel ist ein Projekt Bayerns mit der Bahn. Die Stadt München hat da nichts zu entscheiden.

Der Widerstand kann das Projekt durch Klagen zumindest auf Jahre verzögern. Eine zweite Unsicherheit ist die Finanzierung des auf zwei Milliarden Euro geschätzten Tunnels. Es gibt noch keine Zusage des Bundes.

Willi Bock

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