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Gutscheine für die Corona-Impfung: Stadt erteilt Absage für Impfanreize

Um der Impfmüdigkeit entgegenzuwirken, hatte die SPD/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat im Sommer Freikarten als zusätzlichen Impfanreiz ins Spiel gebracht. Das Gesundheitsreferat hat dem Vorschlag nun eine Absage erteilt und mit Ungleichbehandlung begründet.
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Durch Freikarten könnte die Impfbereitschaft erhöht werden – zumindest wenn es nach der SPD/Volt-Fraktion geht. Das Gesundheitsreferat hat dem Vorhaben nun eine Absage erteilt. (Archivbild)
Durch Freikarten könnte die Impfbereitschaft erhöht werden – zumindest wenn es nach der SPD/Volt-Fraktion geht. Das Gesundheitsreferat hat dem Vorhaben nun eine Absage erteilt. (Archivbild) © Friso Gentsch/dpa

München - Während sich mittlerweile wieder lange Schlangen vor den Impfzentren bilden, sah das vor einigen Monaten noch anders aus. Im Sommer machte sich mit der Zeit Impfmüdigkeit breit – auch in Bayern und München wollten sich immer weniger Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen.

"Wir müssen jeden Tag dafür werben, dass wir Impfwillige finden", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im Juli nach einer Sitzung des Kabinetts. Er plädierte damals für niederschwelligere Impfangebote.

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Auch in München machte sich Impfmüdigkeit bemerkbar

Das gleiche Szenario war dann auch in München zu beobachten: Vor allem im Impfzentrum in Riem seien nicht immer alle Kapazitäten genutzt worden, es gab weniger Impfwillige als Dosen, teilte das Gesundheitsreferat (GSR) Anfang Juli mit.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, machte die Stadtratsfraktion der SPD und Volt einen neuen Vorschlag: Als zusätzlichen Impfanreiz sollte es künftig Freikarten für die Corona-Impfung geben. Konkret wäre es der Fraktion zufolge vorstellbar gewesen, Freikarten für Museen, Konzerte, Sportveranstaltungen, den ÖPNV oder den Tierpark Hellabrunn an Impfwillige zu verschenken. Zudem hätte in Zusammenarbeit mit der Gastronomie und dem Einzelhandel eine Tombola mit Sachpreisen und Gutscheinen initiiert werden können.

Gutscheine für Corona-Impfung: Stadt erteilt Vorschlag Absage

Nun hat das Gesundheitsreferat dem Vorschlag der Stadtratsfraktion eine Absage erteilt, Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) begründet das vor allem mit der Ungleichbehandlung unter den Münchnern: "Nachdem sich ein Großteil der Münchner Bevölkerung seit Jahresbeginn ohne besonderen Impfanreiz in Form von Freikarten, Gutscheinen, Sachpreisen oder sonstigen Vergünstigen, wie in Ihrem Antrag vorgeschlagen, impfen hat lassen, würde eine Einführung der aufgeführten Angebote eine ungleiche Behandlung der Bürger*innen bedeuten", schrieb sie in ihrer Antwort.

"Aus Fairnessgründen" werde die Stadtverwaltung deshalb von solchen Maßnahmen absagen. Zudem sei es dem Gesundheitsreferat zufolge nicht endgültig gesichert, dass die sogenannten Impfgratifikationen tatsächlich zu einer Steigerung der Impfmotivation und -bereitschaft führen würden.

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Grüne waren gegen den Freikarten-Vorstoß

Der Koalitionspartner wollte bei dem Vorstoß der SPD nicht mitmachen. Gutscheine zu verteilen, halte sie für nicht sinnvoll, sagte Grünen-Stadträtin Angelika Pilz-Strasser, die als Hausärztin in der Au arbeitet. "Und das hat nichts mit den Kosten zu tun." Sie befürchtet vielmehr, dass Impfskeptiker noch misstrauischer werden könnten, wenn sie das Gefühl haben, die Impfung könnte ihnen untergejubelt werden. "Sie könnten denken, die Impfung muss ja etwas Schlechtes sein, wenn ich dazu überredet werden soll."

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