Grüne Wahlparty im Stemmerhof: „Das ist ja wie bei Adenauer“

Kein Erfolg bei der Bundestagswahl: Tristesse bei der Grünen-Wahlparty im Stemmerhof über das schlechte Ergebnis. Direktkandidatin Doris Wagner muss bangen.
J. Schneider |
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Freude schaut anders aus: Die Grünen Katharina Schulze, Theresa Schopper, Dieter Janecek, Toni Hofreiter und Margarete Bause (v.l.) im Stemmerhof.
Sigi Müller Freude schaut anders aus: Die Grünen Katharina Schulze, Theresa Schopper, Dieter Janecek, Toni Hofreiter und Margarete Bause (v.l.) im Stemmerhof.

München - „Mein lieber Scholli, das ist ja wie bei Adenauer.“ Die Landesvorsitzende der Grünen, Theresa Schopper, hat gerade erleben müssen, dass eine Hochrechnung die absolute Mehrheit für die Union vorhersagt.

Von Partystimmung war bei den Grünen im Stemmerhof bereits nach der ersten Prognose nichts mehr übrig. Lauten Jubel gab’s nur bei der Prognose, dass die FDP aus dem Parlament fliegt.

Als sich die Verluste der eigenen Partei verfestigten, gab der Landesvorsitzende Dieter Janecek zu: „Das ist richtig schlecht, ein Schlag ins Kontor.“ Dann kam das, was man von Wahlverlierern oft zu hören bekommt: Jetzt müsse „schonungslos analysiert“ werden.

Das alleine wird nicht reichen. Den Grünen stehen schwere Zeiten vor. Janecek glaubt, dass eine Neuausrichtung notwendig geworden ist, die ökologischen Kernthemen wieder in den Mittelpunkt gerückt werden müssen. Die Gründe für das schlechte Abschneiden? Die Pädophilie-Debatte, das komplizierte Steuerthema haben die Wähler vergrätzt, da waren sich die bayrischen Grünen-Politiker einig.

Besonders spannend wurde der Abend für Doris Wagner. Die Direktkandidatin für den Wahlkreis München-Nord steht auf Listenplatz 9. „8,7 Prozent in Bayern sollten reichen“, hatte sie ausgerechnet. Es wurde eine Zitterpartie. Die erste Hochrechung sah sie drin. Aber: „Vor einem halben Jahr habe ich noch gedacht, dass ich sicher drin bin. Dann ging’s bergab. Deswegen sag ich jetzt lieber nichts.“

Seinen Abschied vom Bundestag nahm Jerzy Montag. Nach elf Jahren. Jetzt müssen Jüngere ran, sagte er. Und: „Wir werden über die Durchschlagskraft unserer Argumente eine ernsthafte Diskussion in der Partei führen müssen.“

Lesen Sie hier: Wahlparty der FDP im Hofbräukeller: „Ach, Scheiße!“

 

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